Slowakei eröffnet Jagd auf Wölfe

Die Treibjagd auf Wölfe ist in der Slowakei wieder erlaubt.

Wolf

Foto: Dieter Hopf

In der Slowakei sollen laut einer Vorgabe des Landwirtschaftsministeriums bis Mitte Januar insgesamt 70 Wölfe geschossen werden. Wie der Deutschlandfunk berichtet, wird der in den meisten EU-Ländern geschützte Wolf in der Slowakei bereits seit 1999 unter strengen Auflagen bejagt.

Dem Bericht zufolge hatten sich die Bestände zuletzt so deutlich erhöht, dass beispielsweise Schäfer über wachsende Schäden klagten. Die Regierung erließ daher die diesjährige Quote von 70 zu erlegenden Wölfen und erlaubte wieder die Treibjagd auf Wölfe – und das trotz Einwänden von Naturschützern und trotz eines offenen Streits im Kabinett.

Naturschutzverbände wollen laut dem Bericht mittels einer Beschwerde bei der EU-Kommission erreichen, dass die Verordnung zurückgenommen wird. Sogar im slowakischen Kabinett herrschte Uneinigkeit über die Notwendigkeit der Wolfsjagd. So widersprach ein Verantwortlicher aus dem Landwirtschaftsministerium seinen Kollegen aus dem Umweltressort und sagte: „Diese Maßnahme ist nicht notwendig. Es gibt keine verlässlichen Zahlen über die entstandenen Schäden.“ Zum Beispiel seien Hirsche die natürliche Nahrung der Wölfe. „Man muss deshalb akzeptieren, dass sie von ihnen gerissen und gefressen werden.“

Laut Deutschlandfunk ist keinesfalls klar, dass die slowakischen Jäger überhaupt die Quote von 70 Wölfen schaffen. So sei im Jahr 2015 nicht einmal die Hälfte der zum Abschuss freigegebenen Tiere erlegt worden.

Abschussquoten für Wölfe hat auch die Regierung Norwegens erlassen (wir berichteten). Nach der Anhebung der Quoten auf ein neues Rekordniveau ließen Proteste nicht lange auf sich warten (wir berichteten).

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