Tierschützer verhindern Übungsanlage für Jagdhunde

In Elgg (Schweiz) war ein Schwarzwildgatter geplant, in dem Jäger ihre Jagdhunde für die Jagd auf Wildschweine ausbilden können. Eine Volksinitiative stellte sich dagegen – mit Erfolg.

Wildschwein

Foto: webandi

Eigentlich sollte in Heurüti bei Elgg im schweizer Kanton Zürich die erste Übungsanlage für die Schwarzwildjagd eingerichtet werden. Doch wegen einer Tierschutz-Initiative wurde das Projekt vorerst auf Eis gelegt, wie der Tagesanzeiger berichtet. Obwohl seit 2015 ein Gesetz vorschreibt, dass Jäger ihre Hunde für die Wildschweinjagd ausbilden müssen, gibt es in der Schweiz bisher keine Schwarzwildgatter für die Ausbildung.

Die Gemeinde Elgg wollte daher in Heurüti die erste Übungsanlage einrichten, damit die Jäger ihre Hunde pflichtgemäß ausbilden können. Im geplanten Schwarzwildgatter lernen die Jagdhunde unter Anleitung, wie sie Wildschweine aufstöbern und stellen können, ohne sich selbst oder das Wild zu verletzen. Die Bewilligung des Kantons für den Bau des Gatters lag bereits vor und die Jäger gingen davon aus, 2018 mit der Ausbildung der Jagdhunde beginnen zu können.

Insgesamt schien die Realisierung auf einem guten Weg zu sein – bis die Gemeinde das Vorhaben vor wenigen Tagen stoppte. Der Grund dafür ist eine Volksinitiative, welche die „Hobbyjagd“ im Kanton Zürich verbieten will. Die Tierpartei Schweiz reichte bereits im Juli die Initiative „Wildhüter statt Jäger“ ein. Dem Bericht zufolge wollen die Tierschützer die Jagdausübung durch Privatleute („Milizjagd“) abschaffen. Jagdgegner protestierten außerdem öffentlichkeitswirksam gegen das Schwarzwildgatter.

Der Elgger Gemeindepräsident und Kantonsrat Christoph Ziegler erklärt den plötzlichen Stopp: „Wir wollen abwarten, wie sich das Züricher Volk und die Elgger zu der heute gängigen Art zu jagen äußern.“ Zwar sei man überzeugt, dass die Wildschweine bejagt und die Jagdhunde geschult werden müssten. „Doch der Zeitpunkt für ein solches Gatter ist schlecht gewählt. Die Stimmung ist emotional aufgeladen.“

Der Protest der Tierschützer war also erfolgreich – nun soll das Volk entscheiden, ob hier jemals Jagdhunde ausgebildet werden dürfen. Mit einer Abstimmung ist frühestens 2019 zu rechnen. Bis dahin werden die Hunde ohne eine spezielle Schulung zur Schwarzwildjagd gehen müssen. In der Zeit eine Alternative zu finden, sei laut der Jagdverwalterkonferenz unrealistisch.

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