Tierschutz bremst Atomausstieg

Bayerns Wirtschaft sieht die Energiewende trotz Maisanbau und Gewässerzerstörung „krachend verfehlt“.

Windkraftanlagen

Foto: hpgruesen

Massive Kritik an der sogenannten Energiewende: Trotz großflächigem Energiepflanzenanbau drohen vor allem im Süden Versorgungslücken und weiter steigende Strompreise. Bayerns Wirtschaft fordert bereits eine Laufzeitverlängerung für die Atomkraftwerke.

Sicher ist: Dass es vor allem in Bayern mit der Versorgungssicherheit hapert, hat auch mit einer Allianz von Staatsregierung, Bürgerinitiativen und manchen Öko-Verbänden zu tun. Ein Ausbau von Windkraftanlagen ist im Freistaat wegen restriktiver Auflagen seit Jahren nur noch auf Sparflamme möglich. Beim Bau der Stromtrassen für den Transport von Ökostrom aus den Küstenregionen sieht es kaum besser aus.

Während die negativen Folgen des Maisanbaus (Schwarzwildbestandsexplosion, Artenschwund bei Insekten und Niederwild, Verarmung der Böden) in der bisher allein regierenden CSU keine große Rolle spielten, setzte der bisherige Ministerpräsident Horst Seehofer extrem strenge Auflagen für Windräder und teure Zugeständnisse beim Bau der Überlandleitungen durch.

Schwer getan hat sich auch der BUND, dem prominente Mitglieder wegen der positiven Haltung zum Windkraftausbau den Rücken kehrten. Die NABU-Konkurrenz kämpfte zwar für den von Windrädern bedrohten Rotmilan, rührte aber keinen Finger für den Erhalt der letzten intakten Fließgewässer, die unter dem Zeichen der Energiewende nun für mehr Wasserkraft herhalten sollen.

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Das vorläufige Ende vom Lied: Fred Gaffal, Präsident der Vereinigung der bayerischen Wirtschaftsverbände, zweifelt, ob Bayerns Atomkraftwerke planmäßig im Jahr 2022 abgeschaltet werden können. „Wenn alle Stricke reißen“ müsse über eine Laufzeitverlängerung nachgedacht werden, fordert der Manager. Sonst drohe eine Versorgungslücke von rund 4,7 Gigawatt, hat die angesehene Prognos AG für den Wirtschaftsverband ausgerechnet.

Während an den Küsten an windreichen Tagen  überschüssiger Windstrom bereits ins Ausland verschenkt werden muss, geht des Anschluss Bayerns an die Öko-Energie eher im Schneckentempo voran: Jährlich 100 Kilometer werden derzeit gebaut, 6000 Kilometer müssen es nach Berechnungen der Industrie werden, um die drohende Versorgungslücke zu schließen.

Ob am Ende wegen nicht vom Aussterben bedrohter Vögel Bayerns Kernkraftwerke länger laufen müssen, lautet die zugespitzte Kernfrage. Trotz horrender Kosten  von 520 Milliarden Euro und extrem hoher Strompreise, klagt Gaffal, habe Deutschland obendrein noch seine Klimaziele „krachend verfehlt".

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