Tierschutz mit toten Krähen

Krähen bedrängen in Tierparken immer wieder Kleintiere und stehlen Futter. In der Schweiz werden jetzt mit einer „Bauernmethode“ andere Saiten aufgezogen.

Rabenkrähe

Symbolfoto: Dieter Hopf

Tote Entenküken, ausgehackte Meerschweinchenaugen, Diebstahl an Futterstellen: das Berner „Dählhölzli“ ist als Tierpark nicht gut auf Rabenvögel zu sprechen. Die intelligenten Vögel bedrängen zunehmend andere Tiere und lassen sich nicht einfach vertreiben. „Die zahlreichen Krähen verursachen erhebliche Schäden“, so Parkdirektor Bernhard Schildger gegenüber „Der Bund“, „man kann sie nur unterschätzen“.

Um die lästigen Krähen zu vertreiben, habe man bereits vieles ausprobiert. Ob Anlagenschutz, Laser-Blendung oder das Aufstellen eines Kunststoff-Uhus, nichts habe bisher zu einer erfolgreichen und nachhaltigen Vergrämung der Vögel geführt. Der Tierpark greift nun zu anderen Mitteln – pro Monat werden zwei bis drei Krähen geschossen und zur Abschreckung der Artgenossen auf dem Parkgelände in Bäume gehängt.

Diese Maßnahme stößt bei Parkbesuchern aber durchaus auf Kritik. Sie vergleichen das Vorgehen mit mittelalterlichen Hinrichtungen und wünschen sich „kreativere Lösungen“, so „Der Bund“. Die Kritik nehme sich Parkdirektor Schildger zu Herzen. Man werde die toten Krähen zukünftig außer Sichtweite aufhängen. Das grundsätzliche Vorgehen allerdings verteidigt er: „Wir sind verpflichtet unsere Tiere zu schützen“. Die alte „Bauernmethode“ stellt nach seinen Erfahrungen ein probates Mittel dar, „die einzige Methode, die funktioniert“.

Übrigens: die Wölfe des Tierparks zeigen ein erstaunlich ähnliches Verhalten. Sie jagen ihrerseits Krähen im Gehege und laufen mit den noch lebenden Vögeln im Fang umher, um die Übrigen zu verschrecken.

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