Murmeltier

Tierschützer müssen für unnötige Beschwerde zahlen

In Bozen, Südtirol (Italien), hat das Verwaltungsgericht jetzt entschieden, dass die Tierschützer der Liga gegen Tierversuche (LAV) 1000 Euro an das Land zahlen müssen. Der Grund: Die LAV hat im September 2015 versucht, den Abschuss von 958 Murmeltieren gerichtlich zu verhindern – und das mit teilweisem Erfolg. Nach 608 erlegten Tieren wurde die Bejagung ausgesetzt. Wie Dolomiten jetzt berichtet, war die Beschwerde der LAV unbegründet.

In der Begründung des Verwaltungsgerichts heißt es, dass das Land die durch Murmeltiere entstandenen Schäden und auch die Beschwerden der Bauern penibel aufgelistet und auch entsprechende Gutachten der Wildbeobachtungsstelle des Landes und des Staates eingeholt habe. Auch waren von der Abschusserlaubnis unter fünf Prozent des Bestandes betroffen. Somit ist dem Land kein Fehlverhalten vorzuwerfen. Die Beschwerde der Tierschützer war somit unbegründet.

In der autonomen Provinz „Bozen – Südtirol“ kommt es immer wieder vor, dass Tierschützer gegen Abschussdekrete rekurrieren, also über eine direkte Beschwerde beim Gericht versuchen, den Abschuss auszusetzen. In den meisten Fällen hat dies Erfolg. Insbesondere bei geschützten Tieren, wie den Murmeltieren, führt dies dazu, dass ein Abschuss selbst mit einer Sondererlaubnis gar nicht oder nur sehr kurzzeitig möglich ist. Laut einem Bericht von tageszeitung.it birgt dieses Vorgehen enorme Probleme für die Jäger und die Landwirtschaft der Region. So heißt es, der Bestand der Murmeltiere hätte sich in den vergangenen 50 Jahren verfünffacht, was zu deutlich zunehmenden Schäden führen würde.

Aufgrund der Probleme mit erteilten Abschusserlaubnissen, die nach kürzester Zeit wieder kassiert werden, strebt die Provinz „Bozen – Südtirol“ an, in Zukunft selbst die jagdbaren Tierarten festlegen zu können. Dies könnte den Tierschützern vorerst den Wind aus den Segeln nehmen.

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