Traditionsfest erneut im Visier der Tierrechtler

Peta und Tierschutzbund machen auch in diesem Jahr Stimmung gegen den Memminger Fischertag.

Peta lässt nicht locker. Jahr für Jahr ziehen die Tierrechtler gegen den traditionsreichen Memminger Fischertag zu Felde – stets ohne juristischen Erfolg. In diesem Jahr springt der Deutsche Tierschutzbund den Peta-Aktivisten zur Seite. Allen Protesten zum Trotz werden am Samstag wieder mehr als 1000 Memminger Männer in historischen Kostümen in den Stadtbach springen und Forellen fangen.

In den vergangenen Jahren hatte Peta auf alle Anzeigen gegen das Fest immer wieder eine klare Antwort von den Justizbehörden erhalten: Das ist keine Tierquälerei (wir berichteten). Dennoch macht die Organisation auch in diesem Jahr wieder Stimmung gegen den Fischertag – mit einer Online-Unterschriftenaktion, die sich an Memmingens Oberbürgermeister Manfred Schilder richtet. Der CSU-Politiker soll so aufgefordert werden, „die barbarische Tradition des Wettfischens am Memminger Fischertag zu verbieten oder durch eine tierfreundliche Tradition zu ersetzen, bei der kein Lebewesen sterben muss!“

Wie die Augsburger Allgemeine berichtet, fordert eine weitere Organisation die Abschaffung der Traditionsveranstaltung. „Wenn über tausend Männer in den Stadtbach springen, leiden die Tiere unter großem Stress“, sagte Andreas Brucker vom Tierschutzbund Bayern. Das Wohl des einzelnen Tieres gehe im Rummel des Volksfestes unter. Ludwig Singer vom Veterinäramt Memmingen sagte gegenüber der Zeitung, einen gewissen Stress könne man nicht wegdiskutieren. Dies liege, wenn Fische dem Wasser entnommen würden, aber in der Natur der Sache.

Auch die Veranstalter des Fischertags können die Vorwürfe der Tierschützer dem Bericht zufolge nicht nachvollziehen. Ein Sprecher erklärte, auch in diesem Jahr werde wieder alles fachgerecht zugehen und es seien mehrere Amtstierärzte vor Ort, die das Geschehen beobachten. Den Peta-Vorwurf, es liege keine „vernünftiger Grund“ für das Töten der Fische vor, wies ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Memmingen mit dem Hinweis zurück – schließlich würden die Fische getötet und verzehrt.

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