Schwarzwild

Symbolbild: Ryszard Adamus/ Unter anderem anhand der Schneidezähne kann der Jäger das Alter eines Wildschweins bestimmen. 

VErstoss gegen die Schonzeiten? Jäger kommt ohne Strafe davon

Das Oberlandesgericht in Schleswig hat jetzt ein Bußgeldverfahren gegen einen Jäger aufgehoben. Dem 76-jährigen Waidmann wurde laut einem Bericht der Barmstedter Zeitung vorgeworfen im Mai vergangenen Jahres ein Wildschwein widerrechtlich erlegt zu haben. Die Bache war bereits älter als zwei Jahre und damit war die Tötung ein Verstoß gegen die Schonzeiten – denn in dieser Zeit dürfen nur Wildschweine im ersten oder zweiten Lebensjahr bejagt werden.

Das Oberlandesgericht (OLG) begründete die Entscheidung damit, dass es keinen schwerwiegenden Verstoß gegen die Jagdgesetze darstelle, wenn ein Jäger alle äußeren Merkmale zur Altersbestimmung eines Wildschweins sorgfältig erfasst und sich dennoch bei der Bestimmung des Alters irrt. Daher sei dies nicht mit einer hohen Geldbuße zu bestrafen.

Der Fall wurde publik, da ein Förster den Jäger bei der Jagdbehörde angezeigt hatte. Das Ergebnis von Untersuchungen des Kreisjägermeisters und des Kreisveterinärs war, dass das Wildschwein mindestens zwei Jahre alt sein müsse. Der Jäger wurde von der Jagdbehörde zunächst zu einer Geldstrafe von 500 Euro verurteilt, denn er hätte im Zweifel nicht schießen dürfen. Vom Amtsgericht wurde er aufgrund von „fahrlässigem Schonzeitverstoßes“ ebenfalls zu dieser Geldbuße verurteilt, denn anhand der Schneidezähne sei zu erkennen gewesen, dass die Bache mindestens zwei Jahre alt sei.

Das OLG dagegen hielt es dem Bericht zufolge „nicht für erwiesen, dass es sich bei dem Tier um ein mindestens zwei Jahre altes Wildschwein gehandelt hat“, wie OLG-Sprecherin Frauke Holmer mitteilte. Um sicher zu gehen, reiche die Altersermittlung anhand der Ausformung der Schneidezähne nicht aus. Das Alter des Tieres hätte noch präziser bestimmt werden müssen, um den Jäger mit einem Bußgeld zu belegen. Jedoch werde der nötige Aufwand „der Bedeutung des Falles nicht gerecht“, heißt es vom OLG.

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