US-Wildschweine sollen Giftköder fressen

Mit einem Testprogramm wird in Texas und Alabama eine neue Methode erprobt, um die Bestände an verwilderten Schweinen zu verringern.

US-Wildschweine

Um die Population verwilderter Schweine zu reduzieren, wird in den USA jetzt auch auf Giftköder gesetzt. In Texas und Alabama startet einem Medienbericht zufolge in diesem Jahr ein entsprechendes Testprogramm. Die Tiere verenden dabei an einem Präparat aus Natriumnitrit.

Wie ksat.com berichtete, sind die Wildschweinbestände vor allem in Texas schon seit Jahren völlig außer Kontrolle. Die Schäden in der Landwirtschaft sollen sich auf mehr als 50 Millionen Dollar belaufen. „Sie beschädigen unterirdische Anlagen, Zäune, Straßen, Durchlässe und Erddämme“, erklärte ein texanischer Experte. „Aber manchmal werden sie auch zu einer Gefahr für Menschen.“ Da den Tieren mit herkömmlichen Jagdmethoden kaum beizukommen sei, könne der neue Natriumnitrit-Giftköder ein weiteres Werkzeug sein, um die Population zu verringern. Komplett beseitigen lasse sich das Problem dadurch aber keineswegs. „Wir haben Rattengift und wir haben immer noch Ratten“, sagte der Fachmann. 

In einem Papier des United States Department of Agriculture (USDA) wird die Wirkungsweise der Köder genau erläutert: Fresse ein Schwein davon, verringere die Überdosierung des Natriumnitrits die Fähigkeit des Blutes, Sauerstoff zu transportieren. Die Art des Todes ähnele daher einer Kohlenmonoxidvergiftung. Nachdem sie vom Köder gefressen haben, würden die Schweine ohnmächtig und verendeten etwa zweieinhalb bis drei Stunden später. Eingesetzt werden sollen die giftigen Köder nur durch offiziell vom USDA zertifizierte Anwender. Wenn die jetzige Testphase erfolgreich verläuft, könnten sie bis 2020/2021 bei der US Environmental Protection Agency zur offiziellen Verwendung zugelassen werden.

Welch großes Problem die wilden Schweine in Texas darstellen, war im vergangenen Jahr deutlich geworden: Damals sorgte ein Video, das eine geradezu exzessive Bejagung der Tiere zeigte, für rege Diskussionen in der Jägerschaft (wir berichteten). In Deutschland beherrscht beim Thema Wildschweine derzeit vor allem die Furcht vor einem Näherrücken der Afrikanischen Schweinepest die Schlagzeilen (wir berichteten).

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