Vegetarische Einblicke ins Umweltministerium

Die neue Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) gibt erste Einblicke in ihre politische Agenda. Im Fokus stehen für sie insbesondere der Insektenschutz und der Umgang mit Pflanzenschutzmitteln.

BMU Svenja Schulze

Foto: BMU/Sascha Hilgers

Die SPD leitet in der neuen Bundesregierung weiterhin das Umweltministerium. Svenja Schulze hat das Amt übernommen, die gebürtige Münsteranerin tritt damit in die Fußstapfen von Barbara Hendricks (SPD). Deren Politik war nicht unumstritten, vor allem ihre Haltung gegenüber der Landwirtschaft bot Anlass zu Konflikten (wir berichteten).

Im Interview mit der ZEIT hat die Nachfolgerin Schulze nun erstmals Ziele ihrer Politik aufgezeigt. Man könne mit ökologischer Wirtschaftspolitik viel erreichen, so Schulze, und zeigen, dass Ökologie und Ökonomie nicht gegeneinanderstehen: „Die grüne Frage ist inzwischen eine rote Frage, eine Frage der sozialen Gerechtigkeit.“ So bedrohe beispielsweise das Sterben der Bienen und weiterer Insekten (wir berichteten) die Bestäubung, Obst könne zum Luxusgut werden. In den ersten 100 Tagen im Amt werde sie daher „Eckpunkte“ für ein Aktionsprogramm Insektenschutz vorlegen. 

Für ebenso wichtig hält Schulze den verantwortungsvollen Umgang mit Pflanzenschutzmitteln. Sie verweist auf den beschlossenen Ausstieg aus der Glyphosat-Nutzung in dieser Legislaturperiode. Und betont: „Wir müssen auch Neonicotinoide verbieten.“ Über den weiteren Einsatz dieser hochgiftigen Insektenvernichtungsmittel werde im Mai die EU beraten. Auch ohne die EU „brauchen wir wie bei Glyphosat ein nationales Verbot“.

In ihrer Mitgliedschaft in der IG BCE (Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Industrie), welche die Braunkohleindustrie unterstützt, sehe sie keinen Interessenkonflikt zu ihrem Amt und den damit verbundenen Umwelt- und Klimaschutzentscheidungen. Im Gegenteil, sie wolle den Kohleausstieg aktiv begleiten und die Betroffenen ernstnehmen.

Privat engagiert sich die 49-Jährige im NABU (Naturschutzbund Deutschland) und lebt seit ihrer Kindheit vegetarisch. Sie ist der Meinung, „dass wir deutlich zu viel Fleisch essen“. Aber sie sei keine Missionarin, nicht jeder, der mit ihr essen gehe, müsse einen Vortrag ertragen. Anstatt mit Ge- und Verboten zu arbeiten, müsse man sich Gedanken darüber machen, wie man unsere Umgebung so gestalten könne, dass wir automatisch umweltfreundlicher handeln.

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