Verhängnisvoller Fehlschuss: Jäger vor Gericht

Brandenburger wollte im September 2015 ein Wildschwein erlegen und tötete stattdessen einen Mann.

Hochsitz am Maisfeld

Symbolbild

Ein 31-jähriger Jäger aus Brandenburg, der im September 2015 einen Mann getötet und eine Frau verletzt hat, muss sich derzeit vor dem Amtsgericht in Nauen verantworten. Der Schütze wollte damals ein Wildschwein erlegen, schoss jedoch auf das in der Dämmerung sitzende Pärchen.

Wie der Tagesspiegel berichtet, sagte der Anwalt des Angeklagten aus, dass dieser vor dem tragischen Zwischenfall ein Wildschwein auf dem Weg in ein nahes Maisfeld gesehen habe. Den Schilderungen des Verteidigers zufolge nahm der Jäger kurz darauf ein Rascheln wahr und bemerkte ein „Wiegen im Maisfeld“. Durch sein Fernglas beobachtete er eine rund 75 Zentimeter große Sau. Er zielte auf Haupt und Brust des Tiers – traf jedoch das Pärchen.

Laut dem Bericht überprüfte ein Kriminaltechniker die Situation am Ort des tragischen Geschehens bei vergleichbaren Sicht- und Witterungsbedingungen zusammen mit Kollegen. Dabei kam der Experte zu der Erkenntnis, dass das tiefhängende Blattwerk einer Birke dem Schützen die Sicht auf die im hohen Gras sitzenden Opfer versperrt haben könnte. Ein Problem könne zudem die elffache Vergrößerung des Zielfernrohrs dargestellt haben. Weitere Klarheit soll am kommenden Montag die Aussage eines Sachverständigen bringen. Dann könnte auch schon das Urteil in dem Prozess fallen.

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