Vocke bleibt Bayerns Jäger-Präsident

Im fränkischen Veitshöchheim wurde am Wochenende das neue Präsidium des bayerischen Jagdverbands (BJV) gewählt, Überraschungen blieben aus. Eine „normale“ Amtszeit wird es wohl trotzdem nicht.

Präsidium des Bayerischen Jagdverbands

Foto: Bayerischer Jagdverband / Das neue BJV-Präsidium: Präsident Prof. Dr. Jürgen Vocke, sein Stellvertreter Vizepräsident Thomas Schreder, die Vizepräsidenten Enno Piening und S.D. Moritz Fürst zu Oettingen-Wallerstein, Landesschatzmeisterin Mechtild Michaela Maurer, Landesjustitiar Dr. Peter Greeske und die Beisitzer Andreas Ruepp und Elena Loderer.  

Wiederwahl mit Einschränkungen: Präsident Jürgen Vocke (75) bleibt zwar Chef der mit Abstand mächtigsten Jäger-Organisation im Freistaat. Aber 78 Prozent Ja-Stimmen sind für weiß-blaue Verhältnisse ein Schuss vor den Bug. Im Jahr 2010 war der pensionierte Richter noch ohne Gegenstimmen im Amt bestätigt worden.

Vocke hatte im Vorfeld seiner Wiederwahl zu verstehen gegeben, dass er nicht die volle Amtszeit von vier Jahren Präsident bleiben wolle. Mögliche Nachfolger laufen sich schon warm: Nicht nur Vockes CSU-Parterifreund Ludwig Freiherr von Lerchenfeld, sondern – aus CSU-Sicht weit schlimmer – auch Hubert Aiwanger, bekennender Jäger alter Schule und Chef der Freien Wähler im Münchner Landtag.

Antrittsbesuch von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder

Vielsagend: Bayerns neuer Ministerpräsident Markus Söder absolvierte beim Jägertag einen seiner ersten großen Auftritte im neuen Amt. „Es ist für uns eine große Ehre, dass wir den neu gewählten Ministerpräsidenten so kurz nach seiner Amtseinführung in unserer Landesversammlung begrüßen dürfen,“ bedankte sich Vocke für die Schützenhilfe.

Dabei sorgen die CSU-Gene seit Jahren für Konflikte im Verband: Vockes Gegenspieler halten ihm vor, dass er die Forstpolitik des Freistaats allzu willfährig hingenommen habe. Etwa mit Lob für die Verbissgutachten, die nach Einschätzung der Kritiker hauptsächlich dazu dienen, die „Wald vor Wild“-These im bayerischen Jagdgesetz durchzusetzen.

Wahr ist aber auch, dass sich Vocke im Vorfeld seiner (wohl letzten) Wiederwahl immer lauter gegen jagdliche Auswüchse im Staatsforst zur Wehr setzte. Zuletzt mit sehr klaren Worten gegen die massive Regel-Aufweichung zur Schwarzwild-“Bekämpfung“ aus Angst vor der Schweinepest.

Wahr ist zudem, dass Bayerns Jäger mit dem scheidenden Landwirtschaftsminister Manfred Brunner einen Partner hatten, der dem waidmännischen Rat vergleichsweise zugänglich war und auch auf Forstbeamte mit Jäger-Herz hörte. Das machte Vockes Verbandsarbeit in der jüngeren Vergangenheit etwas leichter.

Er wolle noch einige wichtige Impulse setzen“, hatte Vocke seine erneute Kandidatur begründet. Der neue Ministerpräsident hat sich gleich als Ansprechpartner empfohlen: „Diejenigen, die die Natur in Bayern mit am besten schützen sind die Jägerinnen und Jäger“, sagte Markus Söder. Derart freundliche Worte aus der Münchner Staatskanzlei haben wir schon lange nicht mehr gehört. Das Amt des Vizepräsidenten besetzen Thomas Schreder, Enno Piening und Moritz Fürst zu Oettingen-Wallerstein.

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