Vogelrückgang: Einfluss von Waschbär & Co. offiziell bestätigt

Bundesregierung erklärt erstmals, dass Fressfeinde für den Rückgang bei den Vogelarten mitverantwortlich sind.

Fuchs im Feld

Foto: Ryszard Adamus

Die Bundesregierung hat jetzt offiziell bestätigt, dass Prädatoren eine Mitschuld am Rückgang der Vogelbestände tragen. Wie der Deutsche Jagdverband (DJV) mitteilte, benannte die Regierung in der Beantwortung einer Kleinen Anfrage als entscheidende Faktoren für den Rückgang bei den Vogelarten „Lebensraumveränderungen, Verringerung des Nahrungsangebotes (insbesondere Rückgang der Insektenbiomasse) und direkte Verfolgung (Prädation)“.

Allein beim Rebhuhn bezifferte die Bundesregierung den Bestandsrückgang in Deutschland von 1990 bis 2015 auf 84 Prozent. Monitoring-Daten der Jägerschaft bestätigen diesen Trend für das Rebhuhn. Der DJV begrüßte, dass die Bundesregierung erstmals den Einfluss von Fressfeinden als bedeutend eingestuft hat, und forderte Lebensraumverbesserungen gemeinsam mit Landwirten.

Neben der Verbesserung von Lebensräumen sei die Bejagung von Fressfeinden eine wichtige Stellschraube für den Erhalt der Artenvielfalt in der Agrarlandschaft. Allein der Fuchs habe seinen Bestand in Deutschland in den vergangenen drei Jahrzehnten verdreifacht. Hinzu kämen gebietsfremde, fleischfressende Arten wie Waschbär oder Mink. Die Fangjagd ist dem Verband zufolge die effektivste Methode, insbesondere nacht- und dämmerungsaktive Raubsäuger zu bejagen. Der DJV machte deutlich, dass „politisch motivierte Hürden“ für die Jagd – etwa Einschränkungen in Schutzgebieten, Verkürzungen von Jagdzeiten oder Verbote der Fangjagd – der Artenvielfalt in der Agrarlandschaft schaden.

Die Zahl der Brutvögel in der Agrarlandschaft hat in den vergangenen Jahren europaweit abgenommen (wir berichteten). Die Daten der Jäger aus dem Wildtier-Informationssystem der Länder Deutschlands (WILD) bestätigen dies: Demnach haben Wissenschaftler im Nordwestdeutschen Tiefland, dem einstigen Hauptverbreitungsgebiet der Rebhühner, 2015 nur noch 0,53 Paare pro Quadratkilometer gezählt. Das sind 45 Prozent weniger als neun Jahre zuvor.

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