Vorsicht, Wildtiere kennen keine Zeitumstellung!

MIT DEM Beginn DER SOMMERZEIT ERHÖHT SICH DAS RISIKO VON WILDUNFÄLLEN. BESONDERS DIE MORGENDÄMMERUNG BIRGT GROSSES UNFALLPOTENZIAL.

Rehbock auf Straße

Foto: Anke Hahmann

Am Sonntag um zwei Uhr endet die Winterzeit und die Uhren werden eine Stunde vorgestellt. Besonders in der Übergangsphase, wenn morgendlicher Berufsverkehr und Morgendämmerung zusammenfallen, ist bei Autofahrten verstärkte Aufmerksamkeit gefordert. Durch die Zeitumstellung steigt auch das Risiko für Wildunfälle. Wildtiere sind während der Dämmerungszeiten verstärkt auf Futtersuche und überqueren häufig Straßen. Für den Fellwechsel oder als werdende Muttertiere braucht Wild im Frühling neue Energie. In den Dämmerungsstunden aber wird die Suche nach Futter an Grünstreifen in Straßennähe gefährlich, da die Tiere ein herannahendes Auto nicht als natürlichen Feind erkennen.

Etwa alle zweieinhalb Minuten kollidiert laut DJV-Statistik ein Wildtier mit einem Auto. Insgesamt erfasst der Deutsche Jagdverband jährlich zwischen 200.000 und 250.000 Kollisionen mit Wildtieren. Die Dunkelziffer liegt jedoch vermutlich fünf mal so hoch, denn circa 90 Prozent der Unfälle werden nicht statistisch erfasst. Viele Jäger bringen an den Leitpfosten in ihren Revieren blaue Warnreflektoren zur Prävention solcher Unfälle an (wir berichteten). Werden die Reflektoren angestrahlt, leuchten sie im rechten Winkel zur Straße in die Landschaft. Das blaue Licht wird vom Wild als Warnfarbe wahrgenommen und soll die Tiere innehalten lassen, bis das Fahrzeug vorbeigefahren ist. 

DARAUF SOLLTEN AUTOFAHRER ACHTEN:

In den frühen Morgenstunden besonders aufmerksam fahren und den Fahrbahnrand im Auge behalten. Insbesondere Übergänge von Wald zu Feld, Waldränder und Hecken sind beliebte Aufenthaltsorte der Wildtiere. Wenn plötzlich Wild die Straße kreuzt, ist es ratsam, die Tiere nicht mit Lichtsignalen zu blenden. Fernlicht lässt das Wild häufig wie angewurzelt verharren – also abblenden und wenn möglich hupen. Bitte beachten: Ein Tier kommt selten allein. Rechnen Sie immer mit „Nachzüglern“!

IST EIN ZUSAMMENPRALL UNVERMEIDBAR:

Lenkrad festhalten, Spur halten und stark bremsen! Auf keinen Fall ausweichen! Ausweichmanöver sind riskant und gefährden den Gegenverkehr. Die Gefahr für Fahrer und Mitfahrer steigt dadurch enorm – viele Wildunfälle mit Personenschäden sind auf misslungenes Ausweichen zurückzuführen. Zudem kommt die Kfz-Versicherung für Unfälle, die durch Ausweichmanöver wegen eines Wildtieres passieren, in der Regel nicht auf.

WAS TUN, WENN ES DOCH GEKRACHT HAT?

Wir empfehlen, zunächst die Unfallstelle zu sichern und dann die Polizei zu verständigen. Diese wird den zuständigen Förster oder Jäger benachrichtigen. Damit das möglicherweise verletzte Wildtier nicht in Panik gerät, halten Sie Abstand. Ist das angefahrene Wild geflüchtet, sollte sich der Autofahrer den Fluchtweg merken und kennzeichnen. Der Jäger kann so der Wundfährte des Tieres folgen und es von seinem Leid erlösen. Und nicht vergessen: Die Polizei kann eine Bescheinigung über den Wildunfall ausstellen, dann wird der Schaden in der Regel von der Autoversicherung reguliert.

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