Waldbrandflächen als Wildtier-Paradies

Zur Abwechslung zeigt die Natur mal, wo es wirklich lang geht: Die Schadflächen der Brandkatastrophe im westlichen Mittelschweden entwickelten sich binnen fünf Jahren zum Wildtier-Paradies.

Waldbrandfläche

Symbolbild: dennisflarsen

1,4 Millionen Kubikmeter Holz fielen dem großen Waldbrand im Juli 2014 zum Opfer. 13.100 Hektar standen damals in Flammen. Geblieben war eine leblose „Wüste“ von verbrannten Stämmen und zerstörter Bodenvegetation. Dem folgte eine offenbar wegweisende Entscheidung: Mehr als die Hälfte der Schadflächen wurde als Naturreservat ausgewiesen.

Fünf Jahre später ist im Katastrophengebiet Erstaunliches passiert: Die Elchbestände sind viermal so hoch wie üblich. Die Hasen gehörten zu den ersten Wildtieren, die zurückkehrten und sind nun reichlich vertreten. Und sogar die Raufußhühner fühlen sich offenbar ausgesprochen wohl: Forscher zählen Flüge mit dreißig Stück Birkwild – sonst in der Region Västmanland eher eine ungewöhnliche Größe.

Die andere Hälfte der Brandfläche wird aufgeforstet. Hauptsächlich mit Kiefern und – vor allem – großzügig. Sowohl mit Pflanzen als auch mit Samen. So sollen neueste Erkenntnisse über die Reduzierung von Verbiss- und Schälschäden durch ein reichliches Angebot an Jungpflanzen überprüft werden.

Natürlich gibt es auch Vorgaben, die überreichliche Schalenwilddichte zu reduzieren. Aber bisher keine „Feldzüge“ gegen den Elch. Aktuell liegt die Verbissrate in den Kiefernpflanzungen bei 20 Prozent. Die Forstbehörde hat den Kauf von Samen und Pflanzen mit rund drei Millionen Euro gefördert. Dort will man mit dem Freilandexperiment auch Grundsätze für den Umgang mit Kalamitätsflächen erarbeiten.

Sicher ist jetzt schon: Es zeichnen sich auch wichtige Regeln für die Koexistenz von Wald und Wild ab. Zum Beispiel dadurch, dass mehr Äsungspflanzen in den Aufforstungsflächen geduldet werden. Weiden, Ebereschen und Beerensträucher seien ein wichtiges Nahrungsangebot für die Elche und zugleich ein Instrument den Kiefern-Verbiss in Grenzen zu halten.

Am Rande: Auch die Eiche wird aus solcher Sicht als Nahrungsangebot fürs Schalenwild bewertet. Was ja letztendlich auch für Mischwald sorgt, der das Wild leben und zugleich die Kiefern als Brotbaum besser hochkommen lässt.

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