Was tun mit dem „harmlosen“ Bären?

Der Bär bewegt sich seit sechs Wochen im Süden Österreichs. Er hat bereits mehrere Bienenstöcke geplündert, ein Kalb gerissen und eine Mutterkuh attackiert.

Braunbär

Symbolbild: Alexas_Fotos

Wie harmlos ist dieser namenlose Bär wirklich – und was soll mit ihm geschehen? Diese Frage stellen sich im Augenblick Behörden, Jäger und Experten im österreichischen Kärnten. Eine Eingreiftruppe soll das Tier vergrämen, während der Einsatzleiter selbst die Aktion für sinnlos hält, wie kurier.at berichtet. Hintergrund: Seit gut sechs Wochen treibt sich südlich von Klagenfurt ein Braunbär herum. Dieser hat bereits zahllose Bienenstöcke geplündert, ein Kalb gerissen und eine Mutterkuh attackiert. Daher sind die Behörden nun in Alarmbereitschaft; der Bär könnte seine Scheu verlieren und weitere Tiere angreifen, wie ein anderer Bär kürzlich in Hohenturn (ebenfalls Kärnten – wir berichteten). Wie jedoch konkret mit diesem Bären umgegangen werden soll, darüber streiten sich die zuständigen Experten noch.

Auf der einen Seite hat der zuständige Umweltlandesrat Rolf Holub (Grüne) eine Eingreiftruppe aktiviert, die im „Managementplan Bär Österreich“ festgelegt ist. Diese Gruppe aus verschiedenen Experten sowie dem leitenden „Landes-Bärenanwalt“, Bernhard Gutleb, könnte den Bären mithilfe von Gummigeschossen vergrämen. Eine weitere Alternative wäre es, das Tier zu fangen, zu betäuben und anschließend umzusiedeln. „Wir haben Kameras in den Wäldern installiert, erstellen eine Risikoeinschätzung, prüfen und überlegen das Vorgehen“, erklärte Harald Tschabuschnig, Leiter der Naturschutzabteilung, gegenüber der Zeitung.

Unterdessen hält der Landes-Bärenanwalt, Bernhard Gutleb, ein Eingreifen nicht für notwendig. Der Bär sei ungefährlich, würde täglich 40 Kilometer zurücklegen und sei nur schwer zu orten: „Diesen Bär erwischt niemand.“ Anders als Gutleb sehen der zuständige Jagdreferent und der grüne Umweltlandesrat Holub sehr wohl Handlungsbedarf.

Dem „Managementplan Bär“ zufolge müssen auch Veterinärmediziner, Forscher und Jäger in die Entscheidungsfindung einbezogen werden – dies ist bisher offenbar nicht geschehen. „Uns hat niemand informiert oder um Rat gefragt“, wird Landesjägermeister Ferdinand Gorton zitiert. Für Umweltlandesrat Holub gilt wohl eher der Grundsatz „Vorsicht statt Nachsicht“: Er möchte sich dem Bericht zufolge mit dem Bären auseinandersetzen, bevor auch Menschen zu Schaden kommen. Von Bärenanwalt Gutleb heißt es lapidar: „Ich müsste mit Aktentasche und Flinte herumrennen.“ Sollte Holub ihm die Weisung erteilen, den Bär zu vergrämen, würde er eben „in einen Wald gehen und schauen, ob ich das Tier sehe“.

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