Waschbären-Selbstbedienung am Nabu-Schutzzaun

Der Naturschutzbund baut Schutzzäune für die Krötenwanderung auf. Waschbären und Wildschweine nutzen diese ebenfalls – als Snackstation.

Kröte

Kröten, Molche und Frösche erwachen mit dem Frühling wieder aus ihrer Winterstarre und begeben sich auf Wanderschaft. Ihr Ziel ist der Ort, an dem sie selbst geschlüpft sind, um dort zu laichen. Da sie ihr Weg auch über stark befahrene Straßen führt, hat der Naturschutzbund (Nabu) seine eigene Methode entwickelt, um Kröten, Molche und Frösche vor Autoreifen zu schützen. Er lässt Schutzzäune errichten und alle zehn bis zwölf Meter einen Eimer eingraben. In diese sollen die wandernden Amphibien hineinplumpsen, um später von ehrenamtlichen Helfern auf die andere Straßenseite getragen zu werden. Was sie dabei nicht beachtet haben, ist, dass auch andere Tiere die gut gefüllten Eimer entdecken können. Das müssen die Helfer in Hessisch Oldendorf feststellen, wie ein Bericht in der Deister- und Weserzeitung zeigt.

Als würde es ihnen auf einem Silbertablett serviert, bedienen sich Waschbären an den gut gefüllten Eimern voll mit Kröten, Molchen und Fröschen. „Die holen sich das Muskelfleisch, lassen die Beute auch halb liegen. Die Haut scheinen sie nicht zu mögen“, erzählte Rudolf Meyer, Leiter der Nabu-Arbeitsgruppe Amphibienschutz, der Deister- und Weserzeitung. Über eine Wildkamera konnten die Nabu-Helfer die kleinen Räuber dabei beobachten, wie sie die vermeintlich behüteten Amphibien aus den Eimern fischten. Auf den Beutezug aufmerksam wurden die Nabu-Helfer, als sie wiederholt Häute von Fröschen entdeckten.

Neben den Waschbären bedienen sich aber auch Wildschweine an den Eimern. „Wenn die das mitbekommen, fressen sie die Eimer leer. Die putzen alles weg und kommen auch wieder“, weiß Rudolf Meyer.

Der Nabu will die Praxis aber weiter fortsetzen. „Der Schutzzaun wird auf jeden Fall genehmigt“, bestätigte Meyer den Bau eines weiteren Zauns. Material habe der Nabu reichlich. Es fehle nur an Helfern, die die Eimer kontrollieren und die Amphibien morgens und abends auf die andere Straßenseite tragen.

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