Wenn Öko-Theorien im Schnee versinken

Der massive Wintereinbruch zeigt: Wenn sich Natur von allein regelt, wird der Konflikt zwischen Tierliebe und radikalen Öko-Theorien offenkundig.

Gämsen an der Fütterung

Foto: Dieter Hopf

Ja, Wildtiere können auch mit strengen Wintern umgehen. Aber dieser Winter bringt ihre Überlebensstrategien an Grenzen. Zuviel nasser Schnee in großen Mengen und in kurzer Zeit. Schneebretter und Lawinen überall in den Katastrophengebieten. Und die Massenmedien entdecken erst ganz allmählich, dass es nicht nur das Skivergnügen der Winterurlauber in Gefahr ist. Vielleicht sogar, was nächtliche Schneeschuh-Fackelzüge durch die Schalenwild-Einstände angeht.

Zynisch ließe sich anmerken, dass die weiße Pracht wohl mehr zur Schalenwildreduktion beiträgt als Drückjagden jenseits aller Regeln der Waidgerechtigkeit. Dass auch naturfernen Umweltschützern klar werden müsste, wie sehr sich nun die Vertreibung von Hirsch, Gams und Reh aus den Tallagen rächt. Nicht an den Schuldigen, sondern an den Tieren.

Wie schon der Dürre-Sommer zeigt auch der blitzartige Wintereinbruch: Gemessen an den Schäden durch Klima-Turbulenzen ist der Verbiss das weit kleinere Problem. Es ist an der Zeit, die Ideologen auf Denkfehler hinzuweisen – auch auf den Umstand, dass Nadelbäume für das Überleben des Schalenwilds in derartigen Notzeiten unverzichtbar sind. Auch um die Schälschäden zu begrenzen, die sich im Laubwald bei solchen Wetterlagen häufen, ganz natürlich.

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Bezeichnend, dass Tierrechtskonzerne offenbar noch nicht gemerkt haben, dass da vor unserer Haustür Tiere in Not geraten sind: Der WWF fährt unbeirrt weiter seine Spendenkampagne für vom Frühjahrshochwasser bedrohte Rentier-Kälber in Sibirien. Auf den NABU-Seiten sucht der Interessierte vergeblich Hinweise auf das aktuelle Tierleid.

Dabei lässt das Thema die breite Öffentlichkeit offenbar nicht kalt: Ein Video der österreichischen Bundesbahn, das Streckenarbeiter bei der Rettung einer Gams aus meterhohem Schnee zeigt, wurde blitzschnell zum Renner im Internet.

Bezeichnend, dass neben der Deutschen Wildtierstiftung der Bayerische Jagdverband als bisher einzige der großen Naturschutzorganisationen auf die Dimension der Katastrophe hinweist: Dort, wo auch mit Geländewagen kein Durchkommen zu den Fütterungen ist, sollen Hubschrauber zum Einsatz kommen. Tierrettung per Helikopter kennen wir im größeren Stil bisher nur aus Schweden – zur weitgehend erfolglosen Umsiedlung verhaltensauffälliger Wölfe.

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Positive Randerscheinungen sind darüber hinaus zu vermerken: Diskussionen um den Sinn der Winterfütterung sind in diesem Winter bisher ausgeblieben. In den betroffenen bayerischen Landkreisen ist die Notzeit ausgerufen und damit das generelle Fütterungsverbot aufgehoben. Und selbst einige Experten, die sonst gern die Auflassung der Wintergatter und Fütterungen fordern, sind erstaunlich leise geworden. Da dürfen wir gespannt sein, wie solche Leute reagieren, wenn die ersten Hirsche in ihrer Not die Rotwildgebiete verlassen und in die Täler ziehen.

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