Wenn Wölfe Fakten schaffen

Der Riss eines Island-Ponys stärkt den niedersächsischen Umweltminister .

Islandfohlen

Symbolbild: anettea

Ausgerechnet im Jagdgebiet des Rodewalder Rudels haben Wölfe ein zentnerschweres Island-Fohlen gerissen. Wasser auf die Mühlen von Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies, der den Leitrüden dieses Rudels zum Abschuss freigegeben hat.

Während sogar Niedersachsens amtlich bestellte Wolfsberater gegen die Entnahme protestieren, widerlegt der Vorfall einen weiteren Kernpunkt der bisher verkündeten Philosophie der Wolfsbefürworter: Pferde sind demnach so gut wie nicht gefährdet.

Zitat aus den Empfehlungen der offiziellen niedersächsischen Wolfsberatung: „Bei Rindern und Pferden ist die Gewährung von Billigkeitsleistungen im Falle eines amtlich festgestellten Wolfsrisses nicht vom Vorhandensein einer wolfsabweisenden Zäunung abhängig. Bei diesen Tieren muss kein wolfsabweisender Grundschutz errichtet werden, da die Gefahr eines Wolfsangriffes im Vergleich zur Gefährdung von Schafen, Ziegen und Gatterwild als deutlich geringer angenommen wird.“

Das Rodewalder Rudel ist im Gegensatz zu solchen Weisheiten offenbar dabei, sich auf Pferde zu spezialisieren. Und in der Praxis müssen wohl auch Rinder als sehr gefährdet gelten. Deshalb wird die Forderung immer lauter, bei derart untypischem (?) Verhalten ganze Rudel zu entnehmen. Nicht nur der Leitwolf habe sich auf Großtiere spezialisiert und gelernt, gebräuchliche Schutzzäune zu überwinden: Die Gefahr sei groß, dass mittlerweile auch die anderen Wölfe der Familie diese Jagdtaktik erlernt haben.

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Umweltminister Lies, gegen dessen „Schießbefehl“ (Wolfsschützer-Jargon) es mittlerweile Strafanzeigen hagelt, hat auf den jüngsten Vorfall mit dem Island-Pony nicht weiter reagiert. Die Ereignisse arbeiten momentan für seine Linie: Kaum Zweifel daran, dass das Pferd Opfer von Wölfen wurde – und zwar von einem ganzen Rudel. So abgenagt waren die übrig gebliebenen Knochen.

Während der NABU die Informationspolitik des Ministers kritisiert, hat die Diskussion um die (auch personellen) Konsequenzen begonnen, die Olaf Lies gleich nach der Ablösung seines Vorgängers Stefan Wenzel (Grüne) beim niedersächsischen Wolfsmanagement veranlasst hat. Die Chefin des Wolfsbüros musste zurück ins zweite Glied und die Wolfsberater sind gehalten, in der Öffentlichkeit keine Kommentare abzugeben. Die Öffentlichkeitsarbeit (also auch die Geheimhaltung um die Abschussverfügung) ist nun allein Sache des Ministeriums.

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