Wilderei: Mithilfe von Jägern bei Aufklärung gefragt

Im Norden Deutschlands ist Wilderei weiter ein großes Thema in der Jägerschaft. Bereits mehrfach drangen Unbekannte mit Gewehren im Kreis Schleswig-Flensburg in Jagdreviere ein, um dort Tiere zu schießen und das Fleisch anschließend zu verkaufen (wir berichteten). Nun haben in der Gemeinde Schwedeneck nördlich von Kiel wieder Wilderer geschossen. Der Berufsjäger und Leiter eines Hegelehrreviers, Christopher von Dollen, fordert die Jäger daher zu erhöhter Vorsicht auf.

Von Dollen sprach bei der Jahresversammlung der Kreisjägerschaft Eckernförde die Probleme mit Jagdwilderei an und mahnte seine Jägerkollegen, verstärkt aufmerksam zu sein. Laut einem Bericht von kn-online.de sagte von Dollen: „Wenn Fahrzeuge auf verlassenen Wegen parken, einfach die Daten dokumentieren. Falls es dann Verdachtsmomente gibt, können wir handeln.“

Für Klaus Harm, Landesobmann für Jagdschutz beim Landesjagdverband Schleswig-Holstein (LJV), sind die erneuten Schüsse in der Nähe von Kiel kein Einzelfall. Er könne sich an viele Fälle der Jagdwilderei erinnern, meist mit haarsträubenden Geschichten, sagte er gegenüber kn-online.de. „Südlich von Neumünster ist es vor einiger Zeit auch immer zu nächtlichen Schüssen gekommen, die keiner der Revierpächter zuordnen konnte. Eines Tages saß der zuständige Jäger auf seinem Hochsitz und beobachtete ein paar Rehe, als über ihm im Baum eine Kugel einschlug“, sagte Harm. Der Fall konnte glücklicherweise gelöst werden. Der Schütze war ein Jugendlicher ohne Jagdschein, der mit illegaler Waffe und Munition Jagd auf Tiere gemacht hatte.

Dass ein Fall aufgeklärt werden kann, gelingt oft nur durch die Mithilfe von Jägern. Ein besonders vorbildliches Beispiel, wie Jäger eine Straftat in ihrem Revier aufdecken konnten, kommt aus Thüringen (wir berichteten). Doch das ist eher die Ausnahme. Wie Marcus Börner, Pressesprecher beim LJV, erklärte, liege die Aufklärungsquote bei Fällen der Jagdwilderei bei nur 12,7 Prozent und sei damit sehr gering. Dabei sei Wilderei nicht nur das Töten von Tieren in fremden Revieren oder ohne Lizenz. Auch das Mitnehmen von abgeworfenen Geweihen oder das Entfernen von toten Tieren aus Jagdrevieren sei nach Paragraf 292 verboten, betonte Börner.

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