Wildschweine im Pool – Jäger droht juristisches Nachspiel

Nach einem Vorfall im September vergangenen Jahres in Wadgassen (Saarland), bei dem sieben Wildschweine in einen Pool gefallen sind, wurde jetzt laut einem Bericht der Stuttgarter Nachrichten eine Schadensersatzforderung gegen den Jäger Manfred Göttert gestellt. Dieser hatte versucht, die panischen Tiere vor dem Ertrinken zu retten. Nur durch das Erlegen eines Keilers und einer Bache war es ihm schlussendlich möglich, fünf der Tiere in Sicherheit zu bringen.

Geht es nach der Haus- und Schwimmbeckenbesitzerin Maria Jacob, soll der Jäger mindestens 3000 Euro für den beschädigten Pool bezahlen. Daher reichte sie eine Zivilklage beim Amtsgericht Saarlouis ein. Dem Bericht zufolge begründete sie die Klage damit, dass erst der Jäger die Wildschweine auf ihr Gelände gescheucht habe, denn ihr Anwesen sei mit einem starken Zaun und abgeschlossenem Tor gut gesichert gewesen.

Der Jäger war ursprünglich von einem Anwohner in der Nähe alarmiert worden, da sich die Wildschweine in dessen Garten aufhielten. Als der Jäger gemeinsam mit dem Hausbesitzer den Wildschweinen hinterherrannte, sollen diese den Zaun der Klägerin einfach durchbrochen haben und im Pool gelandet sein. Dabei bot sich allen Beteiligten ein furchtbarer Anblick: „Die Tiere schwammen in Todesangst, bissen um sich und immer wieder in den Rand des Pools, erbrachen dabei und ließen Kot ins Wasser“, erklärte Jacob. Für den Jäger war dies offenbar unerträglich. So alarmierte er nicht die Polizei, sondern griff zu seiner Waffe und rettete so das Leben von fünf der sieben Wildschweine. 

Dass er im Wohngebiet gar nicht hätte schießen dürfen, ist dem Jäger bewusst. Dennoch habe er tierschutzgerecht gehandelt, denn bis die Polizei eingetroffen wäre, „wären die Tiere vermutlich ersoffen gewesen“, betont Göttert. Allerdings hätte es ihm wohl viel Ärger erspart, wenn er nicht gehandelt hätte. Zumindest der Kreisjägermeister in Saarlouis sieht kein Fehlverhalten des Jägers. Auch ein Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Saarbrücken wegen des Verstoßes gegen das Bundesjagdgesetz wurde eingestellt. Für Manfred Göttert bleibt dennoch der Ärger mit der Zivilklage und den Tierschützern.

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