Windrad-Betreiber offenbar auf frischer Tat ertappt

Männer im Landkreis Waldeck-Frankenberg sollen streng geschützte Rotmilane vertrieben haben. Der Nabu hat Anzeige erstattet.

Windrad im Raps

Symbolbild: ttersluisen

Der Betreiber eines Windenergieparks im nordhessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg hat offenbar versucht, ein Rotmilan-Brutpaar aus der Nähe seiner Anlagen zu vertreiben. Der Nabu teilte mit, Anzeige wegen eines Verstoßes gegen das Naturschutzrecht erstattet zu haben.

Laut einer Presseinformation hatten Nabu-Mitglieder den Betreiber und den Flächenverpächter dabei „erwischt“, als diese versuchten, die Ansiedlung des Rotmilan-Paars in der Nähe der Windenergieanlagen durch massive Störungen zu verhindern. Die Zeugen sollen beobachtet haben, wie die Männer minutenlang mit Stöcken gegen den Stamm des traditionellen Brutbaumes schlugen, um die Rotmilane zu vertreiben. Dem Nabu zufolge müsste der Windpark laut Genehmigungsbescheid stillstehen, sollten Rotmilane in der Umgebung zwischen Anfang Mai und Ende Juli brüten.

„Dieses Vorgehen gegen einen gesetzlich streng geschützten Greifvogel ist eine Straftat“, sagte Nabu-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. „Da sie in diesem Zusammenhang auch als ‚gewerblich motiviert‘ eingestuft werden dürfte, droht den beiden Männern bei einer Verurteilung eine Freiheitsstrafe von drei Monaten bis fünf Jahren.“

Der Rotmilan ist in Deutschland streng geschützt, er zählt zu den durch Windenergieanlagen am stärksten gefährdeten Vogelarten (wir berichteten). Einer Studie zufolge sind aber auch Mäusebussarde durch die Windräder in besonderer Gefahr (wir berichteten) und die 25 Fledermausarten in Deutschland, die allesamt streng geschützt sind, sind ebenfalls zunehmend bedroht (wir berichteten).

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