Wintersport-Trend bedroht alpine Tierwelt

Skitourengeher missachten immer häufiger ausgeschilderte Wildruhezonen.

Wintersport in der Natur

Immer mehr Menschen sehnen sich nach dem Aufstieg: Skitourengehen erfreut sich in Deutschland zunehmender Beliebtheit. Zwar sind genaue Zahlen schwer zu ermitteln, doch laut Schätzung des Deutschen Alpenvereins sollen rund 450.000 Menschen die heimischen Berge auf zwei Brettern erklimmen. Leider halten sich nicht alle an vorhandene Warnhinweise und Sperren. Aus dem Grund wird seit 20 Jahren mit dem Projekt „Natürlich auf Tour“, vormals unter dem Namen „Skibergsteigen umweltfreundlich“, der Versuch unternommen, die Lebensräume und Rückzugsorte wildlebender Tiere zu schützen.

Heinrich Schwarz, erster Vorsitzender des Kreisjagdverbandes Oberallgäu, sagte gegenüber schwäbische.de, dass er Touren im Pistenbereich als weniger problematisch ansieht. Kritischer betrachtet er jedoch Aktivitäten abseits der Piste. Aufgescheuchtes Wild vergeude bei der Flucht Energie und werde geschwächt. Rehe und Rotwild könnten aus reiner Not Bäume verbeißen und den Wald schädigen. Er sieht die Tourismusverbände in der Verantwortung, die mit Schneeschuh- und Fackelwanderungen quer durchs Gelände werben. Ihnen würde oft das Gefühl für die Natur fehlen. 

Dr. Daniel Müller, Leiter des Forstbetriebs Berchtesgaden der Bayerischen Staatsforste, sieht ebenfalls massive Vergehen der Ski- und Schneeschuhgeher. Gegenüber dem Reichenhaller Tagblatt sagte er, dass die Sportler den unberührten Schnee nutzen wollten und dabei ausgeschilderte Wildruhezonen ignorierten, die bereits in Mitleidenschaft gezogen wurden. „Diese Bereiche sind für Birkhühner, Auerwild und Raufußhühner überlebenswichtig, um den beschwerlichen Winter überstehen zu können“, berichtete er weiter. Die Tiere ruhen unter dem Schnee, um Kraft zu sparen. Bei Störungen läuft der Organismus wieder auf Hochtouren und kann aufgrund mangelnder Nahrungsquellen zum Tod führen.

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