Wissenschaftler: Jagdverbote verschärfen den Verlust der Artenvielfalt

Rotwild – Hirsche

Foto: Sandra Becker

Der internationale Druck auf den Jagdtourismus wächst. Zahlreiche Nichtregierungsorganisationen, die den Kampf gegen die Nutzung der Natur als gewinnträchtiges Geschäftsmodell entwickelt haben, machen einer wenig informierten Öffentlichkeit weis, man müsse nur die Jagd verbieten und schon würden Wilderei und Naturzerstörung gestoppt (wir berichteten).

Drei Forscher von finnischen, britischen und australischen Universitäten beweisen in einem wissenschaftlichen Artikel in „Trends in Ecology & Evolution“ jedoch das Gegenteil: Jagdverbote verschärfen weltweit den Verlust der Artenvielfalt.

Jagd sei ein wichtiges Instrument des Artenschutzes, so die Autoren Di Minin, Leader-Williams und Bradshaw. Sie trage zur Erhaltung der Artenvielfalt bei. Jäger seien an gesunden Naturräumen und stabilen Wildbeständen interessiert. Ihre Ausgaben für die Jagd finanzierten Naturschutz und generierten Einkommen für die lokale Bevölkerung (wir berichteten). Fielen diese Einnahmen aus, dann würden die Jagdgebiete in andere, weniger naturfreundliche Nutzungen überführt. Der ökologische Fußabdruck des Jagdtourismus sei deutlich geringer als der des Massentourismus. Einige wenige Jäger bringen so viel Geld wie sehr viele Touristen und das mit deutlich weniger Belastung der Umwelt für Infrastruktur und Verkehr.

Die drei Autoren sind allerdings der Meinung, dass auch der Jagdtourismus weiter verbessert werden kann, um seine positiven Wirkungen zu verstärken und Defizite zu beseitigen.

In einer anderen Studie hat die amerikanische Marktforschungsfirma Southwick gerade festgestellt, dass der Jagdtourismus im südlichen Afrika jedes Jahr rund eine halbe Milliarde US-Dollar erwirtschaftet und 53.000 Arbeitsplätze sichert. Und auch die Naturschützer des WWF stellten im Juli in einem Positionspapier fest, dass die Trophäenjagd ein wirksames Mittel für den Naturschutz sein kann, wenn sie als Teil einer breiten Mischung unterschiedlicher Strategien und Maßnahmen daherkommt (wir berichteten).

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