Wölfe wüten in Wildgehege

Im sächsischen Audenhain richteten Wölfe ein wahres Blutbad im größten Wildgehege Sachsens an.

Damwild im Gehege

Foto: steinchen

Es muss ein wahrer Schock für Wild-Bauer Kuno Pötzsch gewesen sein, als er bei der Kontrolle seines 110 Hektar großen Wildgeheges insgesamt elf tote Damhirsche fand, von denen drei Damhirschkühe beschlagen (also trächtig) waren. Die Kadaver lagen, teils übel zugerichtet, auf dem gesamten Gelände verteilt. Das lässt Bauer Pötzsch vermuten, dass die Wölfe die Hirsche die ganze Nacht durch das Gehege getrieben haben müssen. Dass es Wölfe gewesen sein müssen, bestätigte bereits das zuständige Landratsamt. Der Mann befürchtet darüber hinaus, dass noch einige Kälber den dadurch entstandenen Stress nicht verkraften und an Herz- oder Kreislaufversagen eingehen könnten.

Dass sich Wölfe in unmittelbarer Nähe der Gatter aufhielten, ist schon seit mehreren Wochen bekannt. Deshalb überprüft Bauer Pötzsch jeden Morgen in der Früh die gesamten fünf Kilometer seines doppelten Zaunes, der die gesamte Anlage umgibt. Dennoch fanden die Wölfe einen Weg in das umzäunte Areal. Just an besagtem Morgen traf Bauer Pötzsch später als gewohnt bei seinen Tieren ein, da eine solch stürmische Nacht vorausgegangen war, die vermuten ließe, dass die Wölfe selbst Scheu vor dem Wind hätten und diese Nacht nicht kommen würden, wie er in einem Interview mit dem Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) berichtete.

Es war damit bereits das zweite Mal innerhalb von 14 Tagen, dass Wölfe in das Gehege eindrangen und Tiere töteten. Beim letzten Mal sah Bauer Pötzsch sogar noch die beiden Wölfe mit eigenen Augen und konnte trotzdem nicht verhindern, dass sein „Lieblingstier“, ein von Hand aufgezogener junger Rehbock, Opfer der Raubtiere wurde. Mit vor Trauer gebrochener Stimme schildert Pötzsch, der auch Jäger ist, dass das Böckchen noch lebte, als er es auffand und er es mit einem Schuss von seinen Leiden erlösen musste.

Gefragt nach seiner Meinung, wie man mit auffällig gewordenen Wölfen umgehen solle, erwidert Pötsch: „Man solle sich ein Beispiel an Schweden nehmen. Dort sind weniger Wölfe als in Brandenburg und dort werden jährlich Wölfe abgeschossen. Dort gibt es nicht die Probleme in dem Maße wie hier. Die Wölfe, die man hier am Tage sieht, die müssten eigentlich alle liquidiert werden, so hart wie es klingt. So niedlich, wie der Wolf aussieht, so schön, wie er ist – aber sie müssen getötet werden.“

Von sächsischen Wolfsberatern bekam Bauer Pötzsch laut bild.de einen Antrag für die Schutzzaun-Förderung, um sein Gehege, in dem neben Damwild auch Rothirsche und Wildschweine gehalten werden, wolfssicher zu machen. Doch die staatliche Förderung von circa 75.000 Euro für einen zusätzlichen Untergrabschutz, reichten nach Einschätzungen des Wild-Bauern bei Weitem nicht aus. Wolle man die 5.000 m Zaun adäquat durch eine Firma umrüsten lassen, damit dieser wirklich wolfssicher wird, müssten schätzungsweise 350.000 Euro aufgewendet werden. Zu viel Geld, als dass es Herr Pötzsch aufbringen könnte, ohne seinen Betrieb zu gefährden. So bleibt der Antrag ungestellt und Bauer Pötzsch muss andere Mittel und Wege finden, seine Tiere vor erneuten Angriffen der Wölfe, die er mit Sicherheit erwartet, zu schützen.

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