Wolfsrisse: Dritte Abschussverfügung erteilt

Der Kanton St. Gallen hat eine Abschusserlaubnis für den Wolf M75 erteilt.

Wolf

Symbolbild: Dieter Hopf

Der Wolf mit der Bezeichnung „M75“ hat in der Schweiz in den vergangenen Monaten für viel Aufregung gesorgt. Insgesamt soll er mehr als 50 Schafe in fünf Kantonen getötet haben. Nun hat der Kanton St. Gallen gegen ihn eine Abschussverfügung erlassen, wie schweizerbauer.ch berichtet. Zuvor gaben bereits die Kantone Graubünden und Tessin den Wolf M75 zum Abschuss frei. Zwischen Behörden und Naturschützern herrscht in diesem Fall eine eher ungewöhnliche Einigkeit: Der WWF hat vergangene Woche bereits verlautbart, dass er keine Beschwerde gegen die kantonalen Verfügungen einlegen wird.

Der Grund: Bei den zahlreichen Nutztierrissen ergibt sich ein deutliches Muster, das auf einen verhaltensauffälligen Wolf hindeutet. Zunächst überwindet das Tier den Zaun, bevor es in der Nähe der Ställe dann mehrere Schaffe mitten aus der Herde reißt. Bereits seit Ende Januar häufen sich die Wolfs-Angriffe in den Kantonen Tessin, Graubünden, Thurgau und Zürich. DNA-Analysen der Spuren konnten dem Wolf M75 bereits mehr als 50 Risse zuordnen. Für Dominik Thiel, Leiter der St. Galler Jagdbehörde, ist das Verhalten von M75 durchaus ungewöhnlich. Er überspringe Zäune und dringe „mit Null Respekt“ in Ställe ein. Zudem kehre er innerhalb von 24 Stunden wieder an die Orte zurück, um weiter zu fressen.

Den Ablauf stellen sich die Behörden idealerweise so vor: Entspricht ein von einem Landwirt gemeldeter Riss dem Angriffsmuster von M75, bringt sich ein Mitarbeiter des Amtes für Natur, Jagd und Fischerei vor Ort mit einem Gewehr in Position. Dort wartet er ab und muss davon ausgehen, dass ein zurückkehrender Wolf auch wirklich M75 ist. Die zentrale Bedingung für einen Abschuss ist, dass der Wolf in einem Kanton als nächstes zuschlägt, in dem auch eine Abschussverfügung vorliegt. Amtsleiter Thiel meint: In diesem Fall hinke der Gesetzgeber hinterher. Eine schweizweite Abschusserlaubnis sei bisher nicht möglich, stattdessen bräuchte es 26 einzelne kantonale Verordnungen.

Ob die Mitarbeiter der Jagdämter je zum Einsatz kommen, ist aufgrund des hohen Bewegungsradius von M75 noch fraglich. Die Abschussverfügungen der Kantone sind auf jeweils 60 Tage befristet.

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