Wolfsangriff trotz Herdenschutz

Am Elbdeich bei Lenzen hat ein Biobauer Schafe durch einen Wolfsangriff verloren. Pikant: Die empfohlenen Herdenschutzmaßnahmen wurden vorschriftsgemäß umgesetzt.

Jungwolf im Gewässer

Foto: Tobias Bürger

Marc Mennle hat mit Wölfen so seine Erfahrungen gemacht. Der Biobauer im brandenburgischen Lenzen hat laut dem Bauernbund Brandenburg vor zwei Jahren bereits 23 Schafe durch Wölfe verloren. Und nun wurden wieder zwei Schafe gerissen – trotz vorbildlicher Herdenschutzmaßnahmen. Seine etwa 300 Schafe große Herde schütze Mennle durch einen 90 Zentimeter hohen Elektrozaun sowie drei spezialisierte Herdenschutzhunde. Die Hunde seien „zertifiziert, vom Land gefödert“ und stammen aus den Pyrenäen, so der Landwirt. Die Schutzhunde hätten die Wölfe aber offensichtlich nicht vom Angriff abhalten können. Mennle ist ratlos: „Ich weiß nicht mehr, was ich tun soll. Man ist der Bestie wehrlos ausgeliefert.“

Für den Bauernbund Brandenburg und dessen Wolfsbeauftragten Frank Michelchen ist damit das Maß endgültig voll: „Wir halten immer schärfere Hunde und bauen immer höhere Zäune, aber das interessiert doch den Wolf nicht, wenn er Hunger hat!“ Mit dieser Argumentation fordern die Landwirte und Nutztierhalter von der Landesregierung, dass alle Herdenschutzprogramme gestoppt werden. Als Alternative solle die Schutzjagd auf Wölfe eingeführt werden, ähnlich dem „skandinavischen Modell“ (wir berichteten). Michelchen betont: „Wir müssen uns endlich eingestehen, dass der einzige funktionierende Herdenschutz weniger Wölfe sind.“

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Der Bauernbund betont die elementare Funktion der Weidetierhaltung für die Kulturlandschaft und verweist auf die Beweidung der Deiche im Biosphärenreservat entlang der Elbe. Der Wolf müsse dort bejagt werden, wo Menschen und Weidetiere sind. Die Sorge der Landwirte: „Am Ende hören immer mehr Weidetierhalter auf und die natürlichste Form der Tierproduktion stirbt aus.“

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