Wolfsdrama in Schweden

Das lange Warten auf den Fangschuss ist auch der Angst vor gewalttätigen Wolfsfreunden geschuldet.

Wolf am Abhang

Foto: Dieter Hopf

Unglaubliche Szenen an einer Staatsstraße im schwedischen Värmland: Eine gute Stunde lang müssen entsetze Passanten mit ansehen, wie sich ein schwerverletzter Wolf nach der Kollision mit einem Auto zu Tode quält. Mitschuld tragen auch militante Pro-Wolf-Fanatiker.

Nach den Gewalttaten gegen einen jungen Nachsuche-Jäger, der – ebenfalls in Värmland – im Auftrag der Polizei einen angefahrenen Wolf erlöste, sind die Namen und Telefonnummern dieser Nachsuche-Jäger geheime Verschlusssache und nicht einmal den örtlichen Polizeidienststellen bekannt. So dauerte es eine gefühlte Ewigkeit, bis der elend leidende Wolf erlöst wurde.

Jäger waren zwar schnell am Unfallort. Aber die dürfen – wie bei uns in Deutschland – keinen Fangschuss antragen, wenn es um Wölfe geht. Das dürfen nur extra ausgebildete und behördlich bestätigte Spezialisten. Und deren Telefonnummern kennt nur die zentrale Polizeibehörde der jeweiligen Provinz.

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So viel Geheimhaltung dient dem Schutz der Nothelfer, die auch in Schweden regelmäßig Opfer von nicht nur verbaler Gewalt werden. Außerdem soll das System sicherstellen, dass der Gnadenschuss nicht zur Wolfsjagd durch die Hintertür wird, wenn auch ganz normale Jäger dazu berechtigt wären.

Aber auch nachdem ein offizieller Wolfstöter zu Stelle war, verging im konkreten Fall noch einige Zeit bis zum Fangschuss. Erst musste polizeilich geklärt (und wohl auch dokumentiert) werden, ob das Tier nicht doch noch zu retten ist. Nach ersten Obduktionsergebnissen hatte der Zusammenstoß dem Wolf das Kreuz gebrochen.

Nach Informationen der Zeitung "Aftonbladet" spielten bei der Tragödie auch Diskussionen eine Rolle, ob vor der Entscheidung über den Fangschuss ein Raubtier-Rettungswagen angefordert werden sollte. Eine solche Wolfsambulanz gibt es bekanntlich auch in Hannover.

Am Rande: Es war binnen drei Tagen schon der zweite Wolf, der auf der viel befahrenen Straße in der Nähe der Ortschaft Molkom zu Tode kam. Am helllichten Vormittag und bei dichtem Verkehr. Der schwedische Jägerverband hat die Behörden zu Konsequenzen aufgefordert – auch um Tierleid zu verhindern.

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