Wolfsjäger bleiben Staatsgeheimnis

Jetzt ist es amtlich: Der Pinneberger Wolf soll sterben. Den Antrag dazu hat unter anderem das Kieler Umweltministerium gestellt. Die weiteren Antragsteller und die  beauftragten Schützen bleiben allerdings geheim.

Wolf auf der Lauer

Foto: christels

Offensichtlich will Umweltminister Jan Philipp Albrecht alle übrigen Beteiligten schützen. Seit der Abschuss des Wolfs GW924 diskutiert wird, gibt es nicht nur Strafanzeigen, sondern auch massive Drohungen bis hin zu Mordaufrufen.

Hauptargument der Entnahme-Gegner: Die Wolfsjäger können nicht wissen, ob sie den Problemwolf vor sich haben – oder ein anderes, womöglich „genetisch wichtiges“ Tier. Das Ministerium hält dagegen: Im Kreis Pinneberg, wo es vielfach zu Nutztierrissen hinter ordnungsgemäß aufgestellten Zäunen kam, gebe es nur diesen einen Wolf.

Minister Albrecht, der die Wolfsfreunde besonders erzürnt, weil er ein Grüner ist, begründet: „Nach intensiver Prüfung halten wir dieses Vorgehen im vorliegenden Fall für erforderlich, um die Last von den Betroffenen vor Ort zu nehmen und eine bestmögliche Koordination sowie fachlich hohe Expertise der mit der Entnahme betrauten Personen zu erreichen, die über einen Jagdschein verfügen müssen. Diese Aufgabe ist doppelt schwer – weder schön, noch einfach.“

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Die Formulierung erinnert an den Tod des Braunbären „Bruno“. Damals mussten den Abschuss bayerische Staatsbeamte mit Jagdschein tätigen, weil sich die Jägerschaft geschlossen weigerte an der Bärenjagd teilzunehmen. Offiziell heißt es in Kiel, mit der Entnahme sei „eine Gruppe ausgewiesener Fachleute unter intensiver Einbeziehung des Landesjagdverbandes Schleswig-Holstein“ betraut. Der Verband wurde wohl gebraucht, um die Zustimmung der Revierinhaber zur Behördenjagd auf ihren Flächen zu regeln.

Vier Wochen haben die Schützen nun Zeit, um den Wolf zu erlegen. Und die „Kieler Nachrichten“ fragen schon, ob die Geheimhaltung standhält, wenn die Wolfsjagd im Erfolgsfall vor Gericht landet.

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