Wolfsjagd – Nein danke

Für alle Wolfsfanatiker zum Mitschreiben: Niedersachsens Jäger verweigern nahezu geschlossen die Mithilfe beim Abschuss des Rodewalder Problemwolfs.

Wolf im Gebirge

Foto: Dieter Hopf

Der Kronzeuge ist in der Pro-Wolf-Szene unten durch, aber von der SPD. Umweltminister Olaf Lies sagte der Nordwest-Zeitung auf die Frage nach Hilfe durch die Jäger: „Wir merken jetzt, wie schwierig die Umsetzung ist, weil wir fast niemanden finden, der sagt: Wir unterstützen euch.“

Der Minister erlebt damit, was sein bayerischer Kollege seinerzeit bei der Jagd auf Braunbär „Bruno“ erlebte. Auch in Bayern und Tirol lehnten die Jagdverbände die Teilnahme an der Bären-Hatz entschieden ab.

Das passt zwar nicht in den Kram von Jagdgegnern und Tierrechtlern. Aber es zeigt: So scharf sind die allermeisten Jäger wohl doch nicht auf Wolfspelze und Bärenfelle, um sich auf juristisches Glatteis zu begeben.

Olaf Lies glaubt allerdings, dass die Zurückhaltung vor allem mit Angst zu erklären sei: „Alle haben die Sorge, sich in irgendeiner Form öffentlichen Beleidigungen oder sonstigen Dingen ausgesetzt sehen.“

Wer mit Jägern aus Wolfsgebieten spricht, erfährt von anderen Motiven: Dort herrscht die Meinung vor, dass sich die Leute um die Entnahme kümmern sollten, die der unkontrollierten Ausbreitung der Wölfe das Wort reden.

Die Hoffnung, dass nur mehr Realitätssinn bei den Entscheidungsträgern in Politik und Behörden die Probleme lösen könnte, bringt Minister Lies aber nicht voran: Klare Rechtsgrundlagen – etwa durch die Aufnahme ins Jagdrecht – hält er weiter nicht für nötig.

Originalton Lies: „Beim Jagdrecht denkt jeder ans Jagen, der Begriff hat bezogen auf eine geschützte Tierart einen negativen Touch. Ich möchte den Wolf nicht bejagen. Ich möchte, dass wir rechtssicher in der Lage sind, einzelne problematische Wölfe zu töten...“

Der aktuelle Entnahme-Fall ist nach erfolglosen Monaten derweil auf dem Weg zur Lachnummer in den Medien. Wohl auch durch Erklärungsversuche des Ministers: „Um zu sehen, wo der Wolf aktuell ist, muss man die Spuren lesen. Dafür ist es mal zu nass und mal zu trocken.“

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