WWF handelt gegen Dänemarks ASP-Schutzzaun

Die selbsternannten Tierschützer vom WWF (World Wide Fund For Nature) bekämpfen Dänemarks Pläne, einen Schutzzaun gegen die Afrikanische Schweinepest zu errichten. Gleichzeitig ist die aggressive Tierseuche europaweit beständig auf dem Vormarsch.

Schwarzwildrotte auf Stoppeln

Foto: Carol Scholz

Seit Juni sorgen die Pläne der dänischen Regierung einen wilddichten Zaun zum Schutz vor der Afrikanischen Schweinepest zu errichten für Aufsehen. Der Zaun soll entlang der deutsch-dänischen Grenze auf knapp 70 Kilometer verlaufen und auch Teile des Wattenmeeres umfassen (wir berichteten). Gegen dieses Vorhaben wächst nun der Widerstand von selbsternannten Tierschützern: Der WWF kritisiert die Seuchenschutzmaßnahme aufs Schärfste, berichten die Kieler Nachrichten. Man habe große Bedenken gegen den Zaun und das auch der EU-Kommission mitgeteilt, so Moritz Klose als WWF-Referent für Wildtiere. Das Festhalten an den Plänen sei eine „populistische Scheindebatte“, bemängelt er. Vor allem kritisiert die Organisation, dass ein solcher Zaun aus ihrer Sicht die Wildschweine nicht aufhalten werde, sondern vielmehr die „Lebensräume anderer Tiere wie Hirsche, Rehe und Füchse beschneide.“ Aus diesem Grund erwäge der WWF eine Klage bei der EU-Kommission. Die dänische Regierung hält aber weiterhin an ihrem Vorhaben fest. Lars Møller Christiansen, Vizedirektor der Umweltbehörde, betont, dass die Zulassung des Zauns „nach unserer Meinung auf einer soliden fachlichen Grundlage“ stehe.

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Während die einen Länder noch Pläne schmieden, müssen andere schon handeln: In Rumänien haben sich die Seuchenfälle deutlich erhöht, berichtet unter anderem der Nordkurier. In einem dortigen Großbetrieb mit circa 140.000 Schweinen ist die Afrikanische Schweinepest nun ausgebrochen. Allein in Rumänien sind somit 785 Schweinehaltungen betroffen. Europaweit sind heuer mehr als 4.800 Krankheitsfälle bei Haus- und Wildschweinen gemeldet worden. „Wir erleben das Gegenteil einer Entspannung“, betont Professor Franz Conraths, Vizepräsident des Friedrich-Loeffler-Instituts. Insbesondere der Mensch sei ein wesentlicher Risikofaktor für die Ausbreitung der Seuche, wenn beispielsweise kontaminierte Lebensmittel unachtsam entsorgt werden.

„Wir erleben das Gegenteil einer Entspannung“

Ein Baustein der deutschen ASP-Prävention bleibt die Jagd auf Wildschweine. Diese wurde in der zurückliegenden Saison 2017/2018 deutlich intensiviert, so der Deutsche Jagdverband. Man sei „der Forderung der Politik nachgekommen“, bestätigt die Verbandsvizesprecherin Anna Martinsohn. Erlegungsprämien und Erleichterungen in der Jagdausübung sollen die Jäger zusätzlich motivieren (wir berichteten).

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