WWF-Skandal: Für den Spenden-Riesen wird es eng

Das Flaggschiff der Öko-Spendenbranche droht zu kentern: Die Berichte über Tötungen, Vergewaltigungen und Folter durch WWF-Wildhüter in Afrika werden immer konkreter. Die BerufsTierrechtler versprechen Aufklärung, halten aber einen internen Untersuchungsbericht unter Verschluss.

Pandabär

Foto: skeeze

Der Schaden für die Glaubwürdigkeit der noblen Stiftung ist jetzt schon enorm. Zumal es nicht die ersten Horrorschlagzeilen über Menschenschinderei zum Schutz seltener Tiere sind (wir berichteten). Und obwohl Enthüllungsjournalisten wissen, wie gnadenlos die Tierrechtler gegen kritische Berichterstattung vorgehen. Aber diesmal könnte es gut sein, dass auch teure Anwälte den Pandabären nicht mehr retten können, mit dem sich auch deutsche Sponsoren gerne schmücken.

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet schließlich unter Berufung auf die angesehene britische Regenwald-Stiftung „Rainforest Foundation“ (RFUK) über neun Todesopfer, zehn Vergewaltigungen und 20 Fälle von Folter und Misshandlungen. Und das ist womöglich nur die Spitze eines Eisbergs. Bisher wurden die Verdachtsfälle nur in elf von 700 Dörfern im kongolesischen Salonga-Nationalpark untersucht.

Die britischen Regenwald-Freunde, die sich offenbar nicht nur um das Wohl der Tiere kümmern, sondern auch um das Leid der Eingeborenen, werfen dem WWF zudem vor, dass es mit den Versprechen schonungsloser Offenheit nicht weit her ist. Die Veröffentlichung eines internen Untersuchungsberichts sei bisher nicht vorgesehen. RFUK-Direktor Simon Counsell nennt das einen „Versuch des WWF, die Vorfälle in Salonga zu vertuschen“.

Stattdessen soll nun eine unabhängige Untersuchungskommission im WWF-Auftrag die Vorwürfe ein weiteres Mal prüfen. Dann werde der neue Bericht erst mal mit der Kongo-Regierung besprochen – und danach veröffentlicht.

Besonders spannend: Die britischen Rechercheure haben nach eigenen Angaben schon im Mai 2018 sowohl den WWF wie auch die deutsche staatliche Förderbank KfW vom Ergebnis der Nachforschungen unterrichtet. Die Staatsbank hatte den Park im Kongo mit 5,4 Millionen Euro mitfinanziert.

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