Zahmes Schwein getötet: „Schande für die Jägerschaft“

Nach einem Vorfall im Februar hat die Staatsanwaltschaft Saarbrücken ein Verfahren wegen eines möglichen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz eingeleitet. Dem betroffenen Jäger droht zudem der Ausschluss aus der Vereinigung der Jäger des Saarlandes.

Hängebauchschwein

Symbolbild

Ein Jäger, der Anfang Februar ein zahmes Hängebauchschwein für ein Wildschwein gehalten und getötet hat, soll aus der Vereinigung der Jäger des Saarlandes (VJS) ausgeschlossen werden. Laut Saarzeitung beantragte der Völklinger Kreisjägermeister ein Ausschlussverfahren gegen den Mann.

Das Hängebauchschwein namens „Schnitzel“ war am 5. Februar von dem Jäger auf dem Wintringer Hof in der Gemeinde Kleinblittersdorf mit Schüssen und Messerstichen getötet worden. Dies geschah dem Bericht zufolge in der Nähe einer „fassungslosen Zeugin“. Kreisjägermeister Heiner Kausch erklärte: „Er hat sich ja nicht einmal richtig bei der Frau erkundigt, was mit dem Tier los ist, sondern sofort geschossen.“ Daher stehe für ihn fest, dass der Schütze nicht länger Mitglied der saarländischen Jägervereinigung bleiben könne.

Unmittelbar nach dem Vorfall hatte sich Landesjägermeister Josef Schneider bereits im Namen der VJS von dem „Fehlverhalten“ des Kleinblittersdorfers distanziert, heißt es in dem Bericht weiter. Schon damals war ein Ausschluss des Jägers aus der Vereinigung thematisiert worden. Die Staatsanwaltschaft Saarbrücken hat unterdessen ein Verfahren wegen eines möglichen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz eingeleitet. Das zuständige Ordnungsamt untersucht den Vorfall zudem „in jagd- und waffenrechtlicher Hinsicht“, schreibt die Saarzeitung. Ein empörter Jagdpächter aus Kleinblittersdorf bezeichnete den Vorfall als „eine Schande für unsere Jägerschaft“.

Im Februar hatte die Saarbrücker Zeitung über die genauen Hintergründe berichtet. Demnach lief das Hängebauchschwein auf der Straße herum, weil sein Stall aufgebrochen worden war. Da die Polizei den eigentlich zuständigen Revierpächter nicht erreichte, nahm das Unglück seinen Lauf: Der ersatzweise verständigte Jäger aus Kleinblittersdorf schoss laut Aussagen einer Zeugin unmittelbar nach seinem Eintreffen auf das Tier, das er offenbar für ein „krankes Wildschwein“ gehalten hatte.

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