Zwei-Klassen-Jagdgesetz für Thüringen?

Verbandsgeschäftsführer Frank Herrmann übt massive Kritik an dem Referentenentwurf zum Landesjagdgesetz. 

Schalldämpfer auf der Messe

Foto: Symbolbild

Unter massiver Kritik des Landesjagdverbandes steht der neue Entwurf des Landesjagdgesetzes Thüringen. Der Referentenentwurf liegt dem Verbandsgeschäftsführer Frank Herrmann seit gestern vor. Bis zum 19. März bleibt den Verbänden nun Zeit, Stellung zu nehmen, bevor das Dokument dann erneut in den Landtag zurückgeht. 

In dem Entwurf geht es um die schon lange unter Jägern diskutierte Verwendung von Schalldämpfern (wir berichteten). Laut einem aktuellen Bericht auf insuedthueringen.de sei diesbezüglich folgende Änderung vorgesehen: Ausschließlich Berufsjäger und Forstbedienstete dürfen bei der Jagd Schalldämpfer benutzen, während dem Großteil der Jägerschaft dies nicht gestattet sei.

„Eine Zweiklassengesellschaft in der Jagd basierend auf derartigen Gesetzesvorlagen zu schaffen, dürfte wohl jeden rechtschaffenden Jäger im wahrsten Sinne des Wortes gegen die Hutschnur gehen. Das ist in unseren Augen ein klarer Verstoß gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz“, bestätigt der Verbandsgeschäftsführer auf Nachfrage von Outfox-World. Solche Ausnahmen vom Verbot der Schalldämpferverwendung seien ein Überbleibsel einer doktrinären Vergangenheit und weder fachlich noch moralisch vertretbar, so die Meinung des Verbandschefs. Die zehn aktiv agierenden Berufsjäger in Thüringen und die jagdlich aktiven Mitarbeiter der Landesforstanstalt erlegten nur einen Bruchteil der jährlichen 80.000 Stück Schalenwild und 31.000 Stück Schwarzwild.

Die Alibi-Passage einer zur Tierseuchenvorbeugung zeitlich befristeten Schalldämpfergenehmigung sei wider jeglichen Verständnisses noch spiegele diese Forderung Fachkenntnisse wider.

Insbesondere die Passagen zu den sachlichen Verboten (Neufassung des § 29 ThJG) zu bleischrothaltiger Jagdmunition, Fanggeräten und Schalldämpfern sind aus Sicht des Landesjagdverbands „keinesfalls tragbar und zu verantworten, insbesondere in einer Zeit, in der aufgrund der ASP-Hysterie die Jäger immer mehr gefordert werden, durch eine Intensivierung der Jagd den Schwarzwildbestand tierschutzgerecht deutlich zu minimieren.“

Das in dem Entwurf geforderte Verbot von Totfangfallen erachtet Frank Herrmann ebenfalls für kritikwürdig, denn in seinen Augen sei ein zertifizierter Einsatz solcher Fallen wesentlich waidgerechter als ein laienhafter Lebendfang mit diversen Tötungsversuchen, der dem Tier größeren Stress verursachen würde als der selektive Totfang. 

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