Arte zeigt Jagdtouristen von ihrer schlechtesten Seite

Auf Arte läuft heute Abend der Dokumentarfilm „Safari“, in dem Regisseur Ulrich Seidl ein extremes Bild deutscher und österreichischer Jäger zeichnet.

Szenenbild aus der Dokumentation Safari

Foto: © Ulrich Seidl Filmproduktion

Geht es im Fernsehen um Jagd und Jäger, wird nur allzu gerne voreingenommen und negativ berichtet. Die Hauptbetroffenen, also Jägerinnen und Jäger, kommen dann oft noch nicht einmal zu Wort. Ganz anders ist das in dem Dokumentarfilm „Safari“ des österreichischen Regisseurs Ulrich Seidl. Hier sind deutsche und österreichische Jagdtouristen die Hauptdarsteller – und sie tragen eine gehörige Portion Schuld mit daran, welches Bild der Jagd das 90-Minuten-Werk zeichnet. Arte zeigt den Film am heutigen Donnerstag ab 22.25 Uhr.

Seidl selbst nennt „Safari“ einen „Urlaubsfilm über das Töten“ und einen „Film über die menschliche Natur“. Der von Wikipedia als „Extremfilmer“ bezeichnete Österreicher lässt einfach das Handeln und die Aussagen seiner Protagonisten auf sich und die Zuschauer wirken. Und seine jagenden Protagonisten scheinen größtenteils leider vergessen zu haben, dass da eine Kamera mitlief. Denn man fragt sich schon, was einen älteren Jagdtouristen dazu veranlasst, sich in Afrika mit Bierdose auf dem Hochsitz filmen zu lassen, oder wieso eine Jägerin meint, die Weisheit kundtun zu müssen: „Die Schwarzen können deutlich schneller laufen als wir.“

Wer gut informiert ist über den wirklichen Sinn und die Hintergründe der Auslandsjagd (mehr dazu lesen Sie hier), bemerkt schnell, dass dieser Film nur einen Ausschnitt der Wirklichkeit zeigt, und zwar einen ganz extremen. Nicht zufällig erschienen zum Kinostart der Dokumentation Zeitungsüberschriften wie „Willkommen im Schlachthaus“ oder „Die wahren Wilden“. Die „Süddeutsche“ fragte sogar: „Ist das noch eine Doku oder schon ein Tötungsporno?“

Er selbst habe in seinem Leben nie die Lust verspürt zu jagen, sagte Seidl im offiziellen Pressematerial zu seinem Film. Durch Recherchen und Dreharbeiten hätten sich aber für ihn spezielle Aspekte des Themas aufgedrängt. „Wie zum Beispiel die Tatsache, dass das Raubtier Mensch seine eigenen Lebensgrundlagen zerstört oder längst zerstört hat, indem von ihm die Natur rücksichtslos ausgebeutet wird.“ Rücksichtslos ausgebeutet – also genau wie die naiven Protagonisten der Doku, die freiwillig daran mitgewirkt haben, dass Seidl sie von ihrer schlechtesten Seite zeigen kann.

Sehen Sie hier einen Trailer zur Doku „Safari“:

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