Ein heißer Tipp: US-Nationalpark Hot Springs

Die Attraktionen des Parks im Bundesstaat Arkansas sind 47 Mineralquellen, deren Wirkung man am eigenen Leib austesten kann.

US-Nationalpark Hot Springs

Fotos: Ken Lund / flickr.com

Mit knapp 22.000 Quadratkilometern ist der „Hot Springs National Park“ im US-Bundesstaat Arkansas ein echter Winzling. Was man ihm wegen seiner einzigartigen Lage inmitten einer Stadt jedoch nachsehen muss. Der kleinste aller Nationalparks ist damit der am einfachsten zu erschließende und auch einer der gesündesten: Seine Attraktionen sind 47 heiße Mineralquellen, deren Wirkung man in Badehäusern mit dem eigenen Leib austesten kann.

Anders als für seine großartigen und wilden Verwandten quer durch die ganze USA sind keine expeditionsartigen Vorbereitungen für „Hot Springs“ nötig. Mit dem Flugzeug geht es nach Little Rock, der Hauptstadt von Arkansas und dem ehemaliges Zuhause von Ex-Präsident Bill Clinton: Dann sind es mit dem Mietwagen noch 85 schnelle Kilometer Richtung Südwesten nach „Hot Springs“. Das Städtchen hat 33.000 Einwohner und liegt inmitten des Parks. Es bietet die einzigen Hotel-Unterkünfte für alle, die nicht im Park selbst campen möchten.

Seit dem 18. Jahrhundert eine Institution, ziehen sich Reihen von grandiosen Badehäusern nach europäischem Vorbild die Hauptstraße des Ortes entlang, kühle Tempel der Regenerierung für Rheumaleidende und Hautkranke. Letzteres klingt eher nach „igitt“ als nach einem wünschenswerten Aufenthaltsort für erschöpfte Naturfreunde. Tatsächlich aber haben sich die Badehäuser der Zeit angepasst. Für ein traditionelles Bad in dem mineralhaltigen und von ursprünglich 66 Grad Celsius auf Badetemperatur heruntergekühlten Wasser bucht man seine Wanne im „Buckstaff Bath“. Zu simpel? Auf ins „Quapaw Spa“. Hauptanziehungspunkt dieser modernen Anlage mit Thermalpools und Anwendungsräumen für Massagen und Kosmetikbehandlungen ist die „steam cave“. Der Sage nach soll sich schon vor 200 Jahren in einer unterirdischen Höhle der Stamm der einheimischen Quapaw im heißen Schlamm und Wasser erholt haben. Der findige Geschäftsmann George Callahan ließ 1920 ins Tufa-Gestein über einer der heißen Quellen eine solche Höhle bauen und manipulierte vier angekaufte Tonfiguren zu verkrusteten „Quapaw Badegöttern“. Die Enthüllung dieser „historischen Fundstücke“ fand vor der Presse statt. Sein Betrugsversuch flog schnell auf, aber dennoch gründete er so ein noch heute florierendes Unternehmen.

US-Nationalpark Hot Springs

Eine Besonderheit: Während man in den meisten anderen Nationalparks weder eine lose Feder aufheben oder gar Blumen pflücken darf, zeichnet sich Hot Springs dadurch aus, dass es seinen wichtigsten Naturschatz kostenlos ans Volk verteilt. Wer will, kann sich an einer der „Jug fountains“ bedienen und Container mit Thermalwasser für den Eigenbedarf abfüllen. Der National Park Service spricht dem Wasser zwar keine heilende Wirkung zu, garantiert dem farblosen, geruchlosen und geschmacksneutralen Nass aber Trinkwasserqualität.

Hot Springs ist ein „Einsteigerpark“ und bestens geeignet für Familien mit unterschiedlichen Interessen. Die Outdoor-Freunde können sich auf dem Campingplatz mit Gaskochern amüsieren, während gebrechlichere/verwöhnte/verzärtelte Familienmitglieder im Ort Logis beziehen. Das Netz von 43 Wanderkilometern reicht auf der Anstrengungsskala von moderat bis gemütlich, von bergig mit Aussicht über die Stadt und die umliegende Berglandschaft („Hot Springs Mountain Tower“) bis Stadtpark-Vista. Geschichtsinteressierte können sich auf einen Streifzug durch die Epochen machen und die Badehäuser vom architektonischen Standpunkt aus erforschen. Schreibtischhengste lassen sich den Stress aus den Nackenmuskeln massieren, und Modefans verbringen den Tag mit Shopping und Flanieren im Ort. Wer an all dem keinen Gefallen findet, der schiebt sich seinen Panama-Hut übers Gesicht und verdöst den Nachmittag eben auf einer schattigen Veranda.

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