Jagdreisen in Schweden – für Trophäenfans wird es teurer

Ein Elch durchquert einen Fluss

Wer beim Thema Elchjagd ausschließlich von mächtigen Schauflern träumt, der sollte Schweden ganz schnell vergessen. Für Trophäen-Fans gibt es dort einfach zu viele Elche – und die Jagd konzentriert sich aufs Wildbret. Gäste, die nur bei kapitalen Bullen abdrücken wollen, sind verständlicherweise unerwünscht. Und sie verpassen viel: In Europa einmalige Natur, Kameradschaft alter Schule, erschwingliche Preise, zumal auf Auerhahn und Birkhahn, mit ein wenig Geduld und Glück auch auf Elche.

Zwei Elche in der Wildnis

Kein Jägerlatein: Auf unserer ersten Elchjagd im südlichen Nordschweden pflegte der Hundeführer die Häupter der erlegten Tiere als Futter in den Hühnerstall zu werfen. Auch kapitale Schaufler. Als Jagdgäste bezahlten wir damals in den späten 1970er-Jahren um die 500 Mark pro Woche. Und mit dem hochheiligen Versprechen, dass wir vom Wildbret nichts abhaben wollen. Der allererste Jagdtag begann mit einem Schuss im Morgengrauen. Danach war Schleppen angesagt: Ein Zweizentner-Kalb kann ziemlich schwer sein, wenn je ein Viertel davon auf einer Trage aus Birkenbäumchen liegt.

Aber nach solcher Plackerei waren wir schon am ersten Abend ziemlich gute Freunde und durften im nächsten Herbst wiederkommen. Einer von uns schoss dann einen kapitalen Schaufelelch, da war die Schlepperei noch schlimmer und die Freude noch größer, aber auch dieser Tag gelaufen. In der Sauna, dreißig Kilometer vom Revier entfernt und der nächsten Möglichkeit für ein Duschbad, kam die Diskussion dann bald auf den Punkt, dass etwas mehr Komfort nicht schaden könnte. So kostete die nächste Elchjagd rund 2000 Mark, in Mittelschweden, in Hütten mit Duschen und einem feinen Restaurant daneben. Und vor allem mit viel Personal, zum Beispiel für das Bergen erlegter Elche.

Schwedische Idylle

Es wurden traumhafte Jahre: Nirgendwo auf der Welt ist die Elchdichte größer als dort im Grenzland der Provinzen Värmland und Dalarna. Dass einer nicht zum Schuss kam, blieb die absolute Ausnahme. Trophäen gab es hin und wieder auch, im besten Fall brachte ein Kamerad am Ende der Woche drei Schaufler nach Hause. Das ist dort auch heute noch möglich, obwohl die Wölfe das Jagen schwieriger gemacht haben. Die Elche ziehen nicht mehr widerwillig und gemächlich vor dem Hund, sondern kommen meist im Schweinsgalopp. Und wenn Wölfe im Treiben sind, spürst du die Angst der Hundeführer, dass ihre Hunde Wolfsfutter werden könnten.

 Ja, so ist das heute mit der Touristen-Elchjagd in Schweden. Es gibt nun auch dort Veranstalter, die begriffen haben, dass es manchen Gästen hauptsächlich um möglichst dicke Trophäen geht. Auch solchen Jägern wird geholfen, zu Preisen, die schnell mal 7000 Euro erreichen, hoch im Norden, wo es zwar weniger Elche gibt, aber eben auch die ganz schweren Bullen. Für solche Summen werden mittlerweile auch die sagenhaften Rehböcke in Mittelschweden angeboten, die noch vor 20 Jahren für Geld nicht zu haben waren, höchstens für gute Kameradschaft.

Es geht auch kostenlos – mit Freundschaft und viel arbeit

Ach ja: Bei der erwähnten ersten Elchjagd gab es Auerhähne auf Vorbestellung im Supermarkt. Für gut zehn Mark pro Kilo, ungerupft etwas billiger. Wer sich ein wenig im Internet umsieht, findet Vogeljagd-Angebote noch heute zu Preisen, bei denen auch russische Veranstalter nicht mithalten wollen. 500 Euro reichen für die Woche in einfachen Waldhütten und ohne besondere Betreuung. Für einen Tausender gibt’s Hotelkomfort, für 100 Euro pro Tag fachkundige Begleitung nebst Vogelhund.

Und ganz kostenlos die Chance auf neue Jägerfreundschaften. Dann kann die nächste Elchjagd auch mal gar nichts kosten, aber ziemlich beschwerlich werden.

Das könnte Sie auch interessieren
Aktuell & informativ

DER OUTFOX WORLD NEWSLETTER

Aus der Natur direkt in Ihr Postfach.

Folgen Sie uns!