Unsere Wälder (VIII): Der Thüringer Wald – Deutschlands grünes Herz

Eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete Deutschlands verzaubert nicht nur mit seiner einzigartigen Natur, sondern auch den historischen Denkmälern.

Thüringer Wald

Im Freistaat Thüringen befindet sich ein waldreiches Mittelgebirge sondergleichen: der Thüringer Wald. Die weitgreifende Bezeichnung bezieht sich auf die komplette Gebirgskette und lässt sich naturräumlich in zwei verschiedene Gebiete unterteilen. Der südöstliche Teil wird dabei als das Thüringer Schiefergebirge bezeichnet und der nordwestliche als Thüringer Wald im engeren Sinne.

Die dichten und teilweise unberührten Waldgebiete sind Heimat vieler Tier- und Pflanzenarten. Neben Turmfalken und Rotmilanen haben hier auch die seltenen Schwarzstörche eine sichere Zuflucht gefunden. Das Thüringer Becken ist zudem eines der letzten Rückzugsgebiete für den bedrohten Feldhamster.

Der höchste Berg des Thüringer Waldes ist mit 983 Metern Höhe der Große Beerberg, ein Überbleibsel eines vor über 250 Millionen Jahren aktiven Vulkans. Auf seinem Gipfel befindet sich eines der wenigen erhaltenen Hochmoore. Der höchste Punkt des Berges ist daher als Naturschutzgebiet ausgewiesen und für Touristen nicht zugänglich, doch können nahezu 350 weitere Moore mit ihren einzigartigen Lebensstätten für viele seltene Tier- und Pflanzenarten bewundert werden.

Bei Touristen ist der Thüringer Wald vor allem als Wanderparadies bekannt. Über den Gebirgskamm führt der 170 Kilometer lange Rennsteig, einer der ältesten und mit mehr als 100.000 Besuchern jährlich einer der beliebtesten Wanderwege Deutschlands. Einer alten Tradition nach nimmt sich der Wanderer zu Beginn seiner Tour einen Stein aus der Werra und trägt ihn die ganze Zeit über in seiner Tasche. Das Ende des Rennsteiges liegt bei der Saale, wo der Stein wieder ins Wasser geworfen wird.

Thüringer Wald

Aber nicht nur Wanderfreunde schätzen die vielfältige Natur des Thüringer Waldes. Sportbegeisterte Naturliebhaber kommen unter anderem dank einer Sommerrodelbahn, dreier Hochseilgärten sowie zahlreicher Radfahrwege und Skipisten das ganze Jahr über auf ihre Kosten. Auch für Wasserliebhaber sind Freizeitaktivitäten geboten: Neben dem sogenannten Thüringer Meer, dem größten Stauseegebiet Deutschlands, bieten viele kleinere Berg- und Stauseen die Möglichkeit, zu baden, zu angeln oder verschiedenen Wassersportarten nachzugehen.

Der Thüringer Wald lockt zudem historisch und architektonisch Interessierte mit seinen berühmten Burgen und Schlössern. In der mehr als 900-jährigen Wartburg bei Eisenach übersetzte einst Martin Luther das neue Testament und Richard Wagner schrieb hier seine romantische Oper „Tannhäuser“. Doch es gibt noch weitere Denkmäler und Ruinen zu entdecken. Die alten Gemäuer sind der ideale Lebensraum für zahlreiche Fledermausarten, unter ihnen sind einige bereits bedroht.

Schon seit jeher ließen sich berühmte Künstler und Komponisten wie Bach, Goethe und Schiller von der einzigartigen und märchenhaften Landschaft des Thüringer Waldes inspirieren. Auch heutzutage ist das „grüne Herz“ Deutschlands eine beliebte Kulisse für Film- und Fernsehproduktionen.

Jägersleute können in der Region ebenfalls auf ihre Kosten kommen. Weiterführende Informationen, unter anderem zur Jagdfläche und den Jagdintervallen, finden sie hier.

Zu den ersten sieben Teilen unserer Waldserie gelangen Sie hier:
Unsere Wälder (I): Der Bayerische Wald
Unsere Wälder (II): Der Schwarzwald

Unsere Wälder (III): Der Harz

Unsere Wälder (IV): Der Grunewald
Unsere Wälder (V): Der Pfälzerwald
Unsere Wälder (VI): Der Odenwald
Unsere Wälder (VII): Der Teutoburger Wald

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